Riegel-Trend-Studie 2026: Was Konsument*innen am POS wirklich bewegt
Studienexperten · 22.10.2026 · 5min Lesezeit
Inhalt
Der Markt für Snacking- und Riegel-Angebote verändert sich dynamisch. Zwischen dem Inflationsdruck und der Wahrnehmung verdeckter Mengenreduzierungen (Shrinkflation), dem Boom von Protein-Rezepturen und der Erwartung an eine barrierefreie Shopper-Navigation stehen FMCG-Hersteller und Category Manager vor der Herausforderung, ihre Produkt- und Regalstrategien exakt abzustimmen. Unsere Studie beleuchtet die Kernpräferenzen am Point of Sale und liefert direkte Handlungsempfehlungen für Brand Management, CMI und Trade Marketing.
1. Die Shrinkflation-Falle: Transparenz schlägt verdeckte Preiserhöhung
In Zeiten hoher Rohstoffkosten stehen Hersteller vor kniffligen Pricing-Entscheidungen. Verdeckte Mengenreduktionen bei gleichbleibendem Preis werden von Verbraucher*innen jedoch besonders kritisch bewertet:
- 73 % der Befragten empfinden Shrinkflation als deutlich emotional belastender und unfairer als transparente Preiserhöhungen bei gleichbleibender Packungsgröße.
- 62 % der Konsument*innen weichen bei Regallücken oder Unmut über die Marke sofort auf Konkurrenz- oder Handelsmarken aus.
- Heimliche Anpassungen führen zu nachhaltigem Vertrauensverlust am POS.
Wer die Marge sichern möchte, sollte auf offene Kommunikation setzen, da transparente Preisanpassungen eine deutlich höhere Akzeptanz besitzen als verdeckte Anpassungen.

2. Hohe Zahlungsbereitschaft für funktionalen Mehrwert
Die Sparentscheidungen von Verbraucher*innen gelten nicht pauschal. Bei funktionalen Inhaltsstoffen erweisen sich Konsument*innen als überraschend preisbereit:
- 68 % der Konsument*innen akzeptieren für einen Snack-Riegel mit +15 g Protein einen spürbaren Euro-Aufpreis.
- Ein Aufpreis von 0,30 € bis 0,50 € bildet den idealen Akzeptanzkorridor für funktionale Protein-Mehrwerte.
- Unkonkrete Wohlfühl-Slogans ohne belegbare Nährwerte erzeugen hingegen keine zusätzliche Zahlungsbereitschaft.
Eine gezielte Preis- und Produktgestaltung mit echtem Nährwertnutzen sichert ein optimales Ertrags-Volumen-Verhältnis.

3. Regalerwartung am POS: Stammregal schlägt Spezial-Nische
Viele Händler platzieren gesunde Snacks und Proteinriegel bevorzugt im Kassenbereich oder in isolierten "Free-From"-Ecken. Die Shopper-Navigation folgt jedoch anderen Mustern:
- 54 % der Befragten suchen Healthy Snacks primär direkt im klassischen Süßwarenregal neben traditionellen Schokoriegeln.
- 28 % erwarten die Produkte im Müsli- und Cerealien-Segment.
- Fehlplatzierungen führen zu Zielkauf-Abbrüchen und ungenutztem Potenzial am POS.
- Hersteller und Händler sichern sich durch Platzierungen im direkten Wettbewerbsumfeld eine deutlich höhere Impulskauf-Quote.

4. Packaging Claims: Präzision schlägt Promotion
Bei der Gestaltung von Verpackungen entscheiden harte Fakten über den Kauf am Regal.
- 71 % der Konsument*innen lassen sich von konkreten Nährwert-Claims (z. B. "20 g Protein") überzeugen.
- Spezifische Grammangaben erzielen eine deutlich höhere Kaufabsicht als schwammige Lifestyle-Versprechen.
- Offizielle Qualitätssiegel und Nährwert-Transparenz bilden die wichtigste Barriere-Befreiung beim Erstkauf.
5. Fazit: Das bedeutet das für deine Marke
Der deutsche Snacking-Markt steht im Zeichen von Transparenz, funktionalem Mehrwert und direkter Auffindbarkeit am POS.
Hersteller und Category Manager, die auf verdeckte Shrinkflation verzichten, Produkte mit Protein anreichern und diese direkt im Stammregal platzieren, gewinnen nachhaltig Marktanteile.
Wer auf harte Nährwert-Fakten setzt und klare Orientierungshilfen am Regal bietet, wandelt Konsumtrends direkt in Markenwachstum um.
Fakten, die im Kopf bleiben 🧠
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