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Spaß ist für Absolventen der Generation Z im Job wichtiger als Geld

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Raus aus dem Hörsaal - ab in die Berufswelt! Mit dem Ende des Studiums beginnt für frisch gebackene Akademiker ein neuer Lebensabschnitt: Sie gehen auf Jobsuche, der Start eines langen Berufslebens beginnt. Viele haben sich vielleicht schon während des Studiums Gedanken darüber gemacht, wohin es für sie geht, andere fangen erst am Ende richtig an, sich zu überlegen, welcher Job es sein soll. Doch was ist Absolventen besonders wichtig an ihrem Job? Was muss ein Arbeitgeber bieten und wo informieren sich junge Akademiker über offene Stellen?

 

Fast 1000 Studierende unterschiedlichster Fachrichtungen aus Deutschland (91%), Österreich (6%) und der Schweiz (3%) wurden von Appinio zu ihrem Berufseinstieg befragt. Die künftigen Absolventen sind zwischen 18 und 30 Jahre alt. Viele Wirtschaftswissenschaftler sind unter ihnen vertreten, aber auch zukünftige Ingenieure und Ärzte. Die genaue Anzahl der Befragten jedes Studiengangs zeigt die folgende Grafik.1absolventen Kopie

Die Mehrheit freut sich auf den Berufseinstieg

Zunächst haben wir die Absolventen gefragt, ob sie sich eigentlich darauf freuen, ins Berufsleben einzusteigen. Die deutliche Mehrheit der Befragten ist der Meinung: Ja! Dreiundachtzig Prozent der Absolventen geben an, sich auf ihren Berufseinstieg zu freuen, nur zwei Prozent freuen sich überhaupt nicht und zehn Prozent kaum. Keinen Unterschied macht hierbei der Studiengang der Befragten, denn Sozialwissenschaftler freuen sich genauso sehr wie Mediziner und Ingenieure. Es scheinen in den nächsten Jahren also motivierte Akademiker den Arbeitsmarkt stürmen zu wollen. 

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 Geisteswissenschaftler eher skeptisch

Die Vorfreude auf das Arbeitsleben scheint groß. Wir wollten von den Absolventen aber auch wissen, ob sie eigentlich denken, dass es schwierig werden könnte, nach ihrem Studium einen Job zu finden. Je nach Studienfach schwanken die Einschätzungen hier deutlich. Während 74 Prozent der Geisteswissenschaftler und 64 Prozent der Kunst- und Musikabsolventen sich Sorgen über die Jobsuche nach dem Studium machen, beantwortet nur ein Drittel der Ingenieurswissenschaftler die Frage mit "ja" oder "eher ja". Die übrigen 72 Prozent der Ingenieure denken, dass es kaum oder gar nicht schwierig für sie wird, einen Job zu finden. In allen übrigen Studiengängen ist das Bild kaum divers: Etwa zwei Drittel der Absolventen denken nicht, dass es sonderlich schwierig für sie wird, einen Arbeitsplatz zu finden und ein Drittel macht sich hingegen Sorgen. Auffällig ist hier der Unterschied zwischen weiblichen und männlichen Absolventen. Die Männer unter den Absolventen sind optimistischer als die weiblichen Befragten. Etwa ein Drittel der Männer glaubt, dass es für sie tendenziell schwierig werden könnte, einen Job zu finden, bei den Frauen ist es fast die Hälfte (44%). 

 

Spaß ist wichtiger als Gehalt

Work-Life-Balance, Internationalität, Homeoffice: Der Generation Y, aus der unsere Befragten stammen, wirft man gerne vor, die Arbeitswelt auf den Kopf zu stellen. Statt Geld und Karriere wollen sie ein erfülltes Privatleben und Selbstverwirklichung im Job. Doch ist das wirklich so? Natürlich haben wir die Umfrageteilnehmer auch gefragt, was ihnen an ihrem zukünftigen Job eigentlich am wichtigsten ist. Faktoren wie Spaß, Aufstiegschancen, Weiterentwicklung, Gehalt und Work-Life-Balance sollten sie in eine Rangfolge bringen. Und tatsächlich entsprechen die Ergebnisse zumindest ein bisschen dem Klischee der Generation Y. Ganz oben im Ranking stehen nämlich mit deutlichem Abstand Spaß und Erfüllung. Mit etwas Abstand folgt darauf das Gehalt. Einzig bei den Rechtswissenschaftlern dreht sich das Bild: Künftige Juristen sind die einzigen, bei denen Gehalt an erster Stelle und der Spaß an zweiter Stelle steht. Danach folgt über fast alle Studiengänge hinweg der Faktor "Work-Life-Balance". Aufstiegschancen landen auf dem Ranking an vierter Stelle und ganz am Ende steht die Weiterentwicklung. Nach dem Studium wollen die meisten Absolventen also erstmal einen Job, der ihnen Spaß macht und der gut bezahlt ist, berufliche Weiterentwicklung und Karriere sind nachrangig.

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Unternehmensstandort ist für viele wichtig

Weiter befragt haben wir die Absolventen nach den Kriterien, nach denen sie sich ihren zukünftigen Arbeitgeber aussuchen. Soll das Unternehmen vor allem nah am Wohnort sein, ist Prestige wichtig und müssen Arbeitszeiten flexibel sein? An der Spitze steht der Standort des Unternehmens. Mehr als sechzig Prozent der Absolventen geben an, dass sie sich ihren künftigen Arbeitgeber unter anderem nach dessen Standort aussuchen werden (64%). An zweiter Stelle steht die Sicherheit des Arbeitsplatzes (53%) und 46 Prozent der Absolventen sind flexible Arbeitszeiten wichtig. Für mehr als ein Drittel ist die Unternehmensgröße zudem ein Entscheidungskriterium, danach folgt die Prestige (23%) und die Internationalität eines Unternehmens (20%). Kleinere Unterschiede gibt es hier zwischen den Studiengängen. Ein Drittel der Rechtswissenschaftler, Ingenieure und Wirtschaftswissenschaftler geben an, dass die Prestige eines Unternehmens für sie ein wichtiges Kriterium ist, bei den Sozialwissenschaftlern sagen das lediglich elf Prozent. Wie international ein Unternehmen agiert und sich präsentiert, danach schauen vor allem Wirtschafts- und Geisteswissenschaftler, wenn sie nach einem künftigen Arbeitgeber suchen. Ein Drittel von ihnen nannte Internationalität als Kriterium, bei den Medizinern und Gesundheitswissenschaftlern waren es nur neun Prozent. Außerdem: Männer geben häufiger als Frauen an, dass Prestige für sie ein Kriterium ist. Was es sonst noch für Unterschiede zwischen Absolventinnen und Absolventen gibt, zeigt die folgende Grafik.

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Online-Jobbörsen am beliebtesten

Ein Unternehmen in einer bestimmten Stadt soll es also für viele sein, am besten noch mit sicherem Arbeitsplatz und flexiblen Arbeitszeiten. Doch wo suchen Absolventen nach offenen Stellen und Unternehmen, bei denen sie all das bekommen? Klarer Spitzenreiter sind hier Online-Jobbörsen (62%) und Suchmaschinen (58%). Knapp die Hälfte der jungen Leute gibt zudem an, sich auch direkt auf den Websites von bestimmten Unternehmen über offene Stellen zu informieren. Vierzig Prozent holen sich auch Infos von Freunden und Familie ein, wenn es darum geht, eine Stelle zu finden. Zudem meint ein Drittel aller befragten, dass sie sich in Zeitungen, anhand von Aushängen in Hochschulen und auf Messen sowie Karrieretagen über potentielle Arbeitsplätze informieren. Messen und Karrieretage sind scheinbar vor allem für Geisteswissenschaftler und künftige Ingenieure attraktiv, denn 39 Prozent von ihnen meint, sich auf Uni-Messen oder Karrieretagen zu informieren, bei den Künstlern und Musikern sowie den Sozialwissenschaftlern gibt dies weniger als ein Fünftel an. Schlusslicht sind TV und Radio, nur elf Prozent der Absolventen lassen sich bei der Jobsuche von Werbung in TV und Radio inspirieren. Ist die attraktiv erscheinende Stelle oder ein tolles Unternehmen einmal gefunden, heißt es: Bewerbungen schreiben. Hier gibt es ganz unterschiedliche Möglichkeiten. Bei den von Appinio befragten Absolventen stehen klassische Bewerbungen auf öffentliche Stellenanzeigen ganz vorn, 72 Prozent sagen, dass sie sich auf diesem Wege bewerben würden. Knapp die Hälfte (47%) meint auch, aus Eigeninitiative auf Unternehmen zuzugehen. Zudem wird von vielen auch potentielles Vitamin D genutzt, denn 36 Prozent fragen auch mal bei Bekannten und anderen Kontakten nach, anstatt eine förmliche Bewerbung zu schicken. Zudem registriert sich etwa ein Fünftel (22%) der Absolventen mit einer Bewerbung in den Jobdatenbanken von Unternehmen, um dort vielleicht die passende Stelle zu finden. Nur neun Prozent der Befragten sind der Meinung, ein Unternehmen müsse auf sie zukommen, wenn man sie dort haben möchte.

 

Bewerbungstipps von Familie und Freunden

Wenn der richtige Weg zur Bewerbung gefunden ist, muss diese dann natürlich auch sitzen. An Universitäten und Hochschulen gibt es zahlreiche Angebote, zum Beispiel den Career-Service, wo man sich Tipps zur richtigen Bewerbung einholen kann. Wird das denn auch genutzt? Von 39 Prozent der Absolventen schon. So viele geben an, sich in Beratungsstellen ihrer Hochschule Tipps zu holen. Am häufigsten werden jedoch Familie und Freunde genannt - wenn es darum geht, einen Lebenslauf zu erstellen oder ein Vorstellungsgespräch zu üben, vertrauen 87 Prozent der Absolventen auf den Rat von Familienmitgliedern und Freundeskreis. Zudem schauen 39 Prozent auf Ratgeberwebsites nach Bewerbungstipps und 26 Prozent informieren sich bei der Arbeitsagentur. Nur 16 Prozent geben an, auch mal ehemalige Arbeitgeber, zum Beispiel von Praktika oder Studentenjobs, nach Tipps für Bewerbungen zu fragen. Ist man gerade dabei, den perfekten Job und einen attraktiven Arbeitgeber zu suchen, kann es nicht schaden, auch mal auf Arbeitgeber-Bewertungsplattformen nachzusehen, die Angestellte es denn dort so finden. Die von Appinio befragten Absolventen sind diesen Plattformen gegenüber aber tendenziell noch etwas skeptisch, denn 29 Prozent sagen, sie würden sich dort nicht über potenzielle Arbeitgeber informieren und 35 Prozent kennen diese Plattformen gar nicht. Die übrigen 37 Prozent hingegen schauen auch mal auf kununu & Co nach, wie ein Unternehmen dort von seinen Mitarbeitern bewertet wird.

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Hier nochmal die Studienergebnisse zusammengefasst in der Appinio Infografik: 

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