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Jungwähler - Erhebungsmethoden nicht mehr zeitgemäß

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Für Wahlforscher sind es schwierige Zeiten. Jahr für Jahr gibt es neue Demütigungen, wenn die Wahlprognosen wieder weit von den Ergebnissen abweichen. Ob Brexit oder Trump - die Methoden der klassischen Meinungsforschung scheinen nicht mehr zu greifen. 

In der Branche wird viel diskutiert, wie diese Abweichungen zustande kommen. Immer wieder heißt es, der aufkeimende Populismus sei Schuld und die Wähler dieser neuen Bewegungen und Parteien schwer in Raster zu sortieren - es sind neue Wählertypen entstanden. Das starke Vertrauen, das große Volksparteien über viele Jahre genießen konnten, bröckelt an vielen Stellen in Europa.

Gleichzeitig können Meinungen heute viel dezentraler beeinflusst werden und schneller umschwenken, als es die vor der Digitalisierung aufgewachsene Generation noch kannte (zu der die klassischen Wahlforscher noch zählen). Traditionelle 'Gatekeeper' wie große Tageszeitungen und TV-Sender haben an Macht eingebüßt.

Meinungen erreichen die Massen heutzutage über Social Media, wo zentrale Redaktionen mit beständigen politischen Linien kaum noch Kontrolle haben und wo politischer Content sich viral verbreiten kann, ohne dass er von Fachleuten kreiert oder geprüft wurde.

Auf Facebook oder Twitter begegnet ein Artikel des Guardian oder der New York Times einem fingierten Artikel von Polit-Marketing-Firmen wie Cambridge Analytica auf Augenhöhe. Die Klickraten entscheiden darüber, wie viele Menschen den jeweiligen Artikel in ihrem Feed sehen und nach und nach davon beeinflusst werden. Noch bleibt abzuwarten, wie sehr diese Akteure auch auf den deutschen Wahlkampf Einfluss nehmen werden - bisher scheint es noch recht ruhig zuzugehen.

 

Erhebungsmethoden nicht mehr zeitgemäß 

Neben den veränderten gesellschaftlichen und technologischen Rahmenbedingungen gibt es noch einen weiteren Faktor, der auch den letzten Wahlforschern langsam dämmert: Die Erhebungsmethoden, mit denen die meisten Institute zu ihren Prognosen gelangen, sind nicht mehr zeitgemäß.

Vielen dieser Institute gilt auch im Jahr 2017, wo das Smartphone allgegenwärtig ist und viele Haushalte gar keinen Festnetzanschluss mehr besitzen, der Anruf auf zufällig ausgewählten Festnetz-Rufnummern noch als der Königsweg zur Erhebung repräsentativer Meinungen. Es war nur eine Frage der Zeit, bis der bei dieser Erhebungsmethode entstehende Bias (Verzerrung) nicht mehr korrigierbar würde. 

Das Problem der Erhebungsmethoden existiert neben der Meinungsforschung natürlich auch in der klassischen Marktforschung. Auch hier werden heutzutage noch viele Menschen über Festnetztelefone befragt oder über Online-Panels, bei denen sie sich registrieren sollen. Die Alltagsrealität sieht aber so aus, dass Menschen heutzutage den Großteil ihrer 'digitalen Zeit' mit dem Smartphone verbringen. Es ist das Gerät, das immer dabei ist und spontanes Beantworten von Fragen in allen Situationen zulässt. 

Appinio hat daher die Marktforschung aufs Smartphone gebracht und erhebt Konsumentenmeinungen zu Markt, Marken, Produkten und Konzepten. Vor allem Millennials werden darüber sehr gut erreicht. 

 

Appinio-Wahltrend sieht AfD und FDP bei Jungwählern in besserer Verfassung 

Zur Bundestagswahl 2017 wagt sich Appinio in neue Gewässer und prognostiziert erstmalig das Wahlverhalten junger Menschen bei einer großen politischen Wahl. Befragt wurde hierzu eine repräsentativ verteilte Gruppe von 1215 Nutzern der Appinio App im Alter von 18-29 Jahren.

Das Ergebnis legen wir hierbei neben die Prognose des SPON-Wahltrends (SpiegelOnline/Civey). Im Vergleich wird dabei deutlich, dass die Appinio-Prognose AfD und FDP etwas stärker sieht, was zu Lasten der Linken und Grünen geht. Bei CDU und SPD sind die Abweichungen gering. 

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