Schnelle Digitalisierung der Jobsuche und der Talentrekrutierung? Die aktuellen Trends auf dem Arbeitsmarkt aus der Appinio-Studie

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Was motiviert junge Berufstätige am meisten, einen Arbeitgeber für einen anderen zu verlassen? Wo trifft man als Unternehmen die Bewerber der Zukunft? Die aktuelle Appinio Umfrage zeigt, dass es an der Zeit ist, einen datengesteuerten Ansatz zur Gewinnung und Bindung der Top-Talente zu verfolgen.

2249 Menschen aus Deutschland haben Appinio verraten, was für sie bei der Jobsuche und im Arbeitsumfeld am wichtigsten ist. Sowohl die jüngeren, als auch die älteren Teilnehmer/innen im Alter von 16-55 Jahren gaben klare Statements zu ihren Vorstellungen und Wünschen ab. In der Appinio Studie wurden sowohl Frauen und Männer, die sich aktuell in einem Arbeitsverhältnis befinden, als auch Arbeitslose und Jobsuchende befragt.

 

Bewusste und gut überlegte Berufswahl oder Poker Spiel?

Eine erstaunliche Zahl gleich zu Anfang. Ganze 28 Prozent der Befragten gaben an, zufällig auf ihren jetzigen Job gestoßen zu sein. Sitzt man in der Vorlesung noch neben Kommilitonen oder anderen Azubis und resultiert, dass jeder die gleiche Berufswahl anstrebt, entscheiden sich am Ende tatsächlich nur 24 Prozent für einen Beruf des jahrelang studierten oder gelernten Faches. Im jungen Alter, also gerade bei der Wahl des ersten Jobs, wird sich in der Berufswahl vor allem noch am sozialen Umfeld -im Familien- oder Freundeskreis- orientiert, später scheint dies nur noch im Einzelfall zuzutreffen.

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Wo trifft man die Bewerber der Zukunft?

Scrollend zum neuen Job - das ist der Trend. 41 Prozent der Arbeitssuchenden nutzen unter anderem die Angebote der Internet Stellenbörsen wie Stepstone, Indeed, etc. Auch das immerwährende Vitamin B für "Beziehungen" ist fortlaufend ein Mittel der Jobauswahl. 30% derjenigen, die in ihrem Job sehr zufrieden sind, haben diesen durch die Empfehlung eines Freundes oder Bekannten gefunden. An der Tür zur Arbeitsagentur haben immerhin schon 30% der 25- bis 34-Jährigen geklopft. 

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Viel Lärm um nichts? Unternehmenswebsites scheinen bei der Jobwahl wenig beliebt zu sein. Nur je 14 Prozent informieren sich über Unternehmenswebsites. Das Angebot der Stellenbörsen-Portale scheint den Bedürfnissen der Bewerber mehr entgegenzukommen.

Sind Jobmessen out? Obwohl es nach wie vor zahlreiche gut besuchte Jobmessen gibt, geben nur 9 Prozent der 18- bis 24-Jährigen an, sich tatsächlich dort zu informieren, bei den 25- bis 34-Jährigen sind es nur 5%. Ältere Teilnehmer nutzen dafür überdurchschnittlich häufig Printmedien, Headhunter und Personalvermittlungen, wobei die Printmedien insgesamt unerwartet häufig genutzt werden. Immerhin 14% der 25- bis 34-Jährigen gibt an, Zeitschriften und Zeitungen für die Jobsuche zu Rate zu ziehen. Im Vergleich dazu werden Unternehmens-Bewertungsplattformen wie "kununu" in Deutschland fast gar nicht genutzt, nur 4% der Angestellten geben an so einen Service zur Jobsuche genutzt zu haben.  

 

Xing, LinkedIn etc. da ist doch jeder mittlerweile vertreten, oder?

Eine neue Position zu besetzen und dazu einfach im sozialen Netzwerk den passenden Kandidat finden? Scheint gar nicht so einfach zu sein. Drei Viertel der deutschen Befragten in der Altersgruppe 16-55 geben an, weder ein Profil bei Xing, noch bei LinkedIn zu pflegen. Am stärksten in den Netzwerken vertreten sind dabei die 25- bis 34-Jährigen. Falls darüber doch noch ein potenzieller Bewerber gefunden werden soll, lohnt es sich, Profile über die Plattform Xing zu suchen, da die Befragten in Deutschland dort noch eher anzutreffen sind als auf LinkedIn. 27% der 25- bis 34-Jährigen geben an, ein Xing-Profil zu haben, während es bei LinkedIn nur 14% sind. 

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Wie soll die Stellenanzeige formuliert sein?

Im Appinio-Ranking stellte sich heraus, dass den Kandidaten neben einer konkreten Angabe der Qualifikationen klare Aufgabenformulierungen am wichtigsten sind. Arbeitssuchende wünschen sich vor allem auch, dass eine Bezahlung ausgeschrieben wird, was heutzutage eher die Ausnahme zu sein scheint. Ein ansprechendes Layout und Einblicke in den Job, beispielsweise durch Videos des Unternehmensalltags, sind den Bewerbern weniger wichtig.

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Umzug für den Job?

Für viele unvorstellbar. Knapp die Hälfte der Befragten gibt an, nur am jetzigen Wohnort einem Beruf nachgehen zu wollen. Am offensten gegenüber einem Ortswechsel sind noch die jüngeren Altersgruppen. Immerhin 22 Prozent der 16- bis 24-Jährigen wären bereit für einen Job innerhalb Deutschlands umzuziehen. Dagegen sehen sich nur 11 Prozent der Befragten über 35 Jahre bereit zu einem solchen Umzug.

 

Macht Geld nun doch zufrieden?

Mehr als zwei Drittel (69%) der Befragten sind zufrieden in ihrem momentanen Job . Interessant ist hierbei vor allem, dass ein höherer Verdienst mit höherer Job-Zufriedenheit einhergeht. Wenig überraschend ist daher auch, dass als Hauptgrund für einen Jobwechsel die Bezahlung angegeben wird. Fehlende Anerkennung scheint darüber hinaus auch ein entscheidender Faktor für eine berufliche Umorientierung zu sein.

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Auch unter den Aspekten, die zu einer guten Berufswahl führen, werden eine gute Bezahlung, bezahlte Überstunden, sowie Aufstiegschancen hoch bewertet. Weniger wichtig werden Soziale Angebote wie Teamaktivitäten eingestuft.

Die Vereinbarungen der Unternehmenswerte mit den eigenen Werten scheinen keinen hohen Einfluss auf die Jobwahl zu haben. Bei einem monatlichen Gehalt von 3500 Euro netto und mehr scheint jedoch eine persönliche und unternehmerische Wertevereinbarung an Bedeutung zu gewinnen.

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Chancengleichheit am Arbeitsplatz?

In der Debatte über den Zusammenhang zwischen Karriere und Geschlecht zeigt auch unsere Studie, dass die Chancengleichheit noch nicht überall greift. Auf die Frage, welche Aussagen auf den momentanen Arbeitsplatz zutreffen, gaben Männer an, sich in Bezug auf ihre Karriere vom Arbeitgeber deutlich mehr gefördert zu fühlen (20 Prozent) als Frauen (14 Prozent). Dagegen unterscheiden sich die Geschlechter nicht bedeutsam in ihrer allgemeinen Zufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen oder im Empfinden einer fairen Bezahlung.

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Der Chef im Zwiespalt

Am liebsten möchten die Befragten mit einem aufrichtigen, ehrlichen und freundlichen Arbeitgeber zusammenarbeiten. Wie es aus dem Ranking hervorgeht, sind diese Eigenschaften den Arbeitnehmern mit Abstand am wichtigsten. 66 Prozent geben außerdem an, dass sie eine gute und direkte Kommunikation schätzen. Das Aussprechen von Wertschätzung und Offenheit für Neues scheint ebenso wichtig. Zum Schluss gaben die Befragten noch an, dass wenige gut Freund mit dem Chef sein möchten. Ohne Scheu geben mehr als 30 Prozent an, dass der Chef für sie keinen Kumpeltyp darstellen muss und seine Teilnahme an Teamevents nicht als wichtig angesehen wird.

 

Hier nochmal die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst in der Appinio-Infografik:

hr-jobsuche

 

 

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