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Fazit zum Brustkrebsmonat Oktober 2018

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Eine repräsentative Umfrage zum Thema Sichtbarkeit und Wahrnehmung der Sensibilisierungskampagnen zur häufigsten Krebserkrankung unter deutschen Frauen

Eine von 8 Frauen wird in ihrem Leben mit Brustkrebs diagnostiziert, und unter den 70.000 Brustkrebsdiagnosen, die jährlich in Deutschland gestellt werden, sind nur 700 Männer. Der Oktober ist der internationale Brustkrebsmonat, während dem über die Krankheit und ihre Risiken informiert und die Bevölkerung allgemein sensibilisiert werden soll. Doch wie sichtbar ist der Brustkrebsmonat in Deutschland? Wie informiert fühlen sich die Deutschen zum Thema Brustkrebs allgemein? Welche Mythen zu Risikofaktoren und Vorsorgeuntersuchungen sind nach wie vor verbreitet? Zum Ende des diesjährigen “Breast Cancer Awareness” Monats hat Appinio 1326 Deutsche im Alter von 16 bis 44 Jahren zu ihrer Meinung und ihrem Wissen rund um das Thema Brustkrebs befragt. Die Ergebnisse der repräsentativen Umfrage bieten interessante Einblicke zur Wahrnehmung und Sichtbarkeit des Brustkrebsmonats.

 

Nur 57 Prozent wissen, dass auch Männer Brustkrebs bekommen können

Die rosane Schleife ist das offizielle Symbol des Brustkrebsmonats. Sie wird aber von mehr als der Hälfte der Befragten mit der sogenannten “Aids-Schleife” verwechselt, die die gleiche Form hat, aber üblicherweise rot ist. Nach wie vor wird das rosafarbene Symbol vorrangig mit Frauen assoziiert. Das führt wahrscheinlich auch dazu, dass nur 52 Prozent der Männer wissen, dass auch sie an Brustkrebs erkranken können. Hingegen wissen bereits 62 Prozent der Frauen, dass Brustkrebs Männer und Frauen betrifft. Zwar ist für Männer die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung sehr viel geringer, aber dafür sind bei einer Erkrankung ihre Überlebenschancen auch um einiges kleiner, da der Krebs häufig erst im fortgeschrittenen Status festgestellt wird. Im Durchschnitt erfolgt die Diagnose bei Männern sechs Monate später als bei Frauen. Trotz früherer Diagnose sterben jedoch nach wie vor jährlich mehr als 17.000 Frauen in Deutschland an Brustkrebs; 81 Prozent der Patientinnen sind 5 Jahre nach der Diagnose noch am Leben.

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Von 63 Prozent überhaupt nicht wahrgenommen

Der Brustkrebsmonat soll informieren und sensibilisieren, doch 63 Prozent der Bevölkerung sagen, dass sie überhaupt nichts davon mitbekommen haben. Nur 13 Prozent sagen, dass sie auf sozialen Medien wie zum Beispiel auf Facebook oder Instagram bewusst Posts zum Thema wahrgenommen haben, 10 Prozent haben durch Werbungen im Fernsehen oder durch Artikel in Zeitungen davon mitbekommen. Weitere 10 Prozent haben sich im Oktober mit FreundInnen und Familienmitgliedern über das Thema Brustkrebs ausgetauscht und nur 8 Prozent haben Plakate an öffentlichen Orten wie zum Beispiel in öffentlichen Verkehrsmitteln gesehen.

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89 Prozent sagen, dass der Brustkrebsmonat in ihrem Heimatort dieses Jahr eher nicht oder sogar überhaupt nicht sichtbar war. Was die Einschätzung der Sichtbarkeit angeht, gibt es auch keinen großen Unterschied zwischen Männern und Frauen, obwohl man davon ausgehen könnte, dass ältere Frauen als Hauptzielgruppe eher davon mitbekommen oder darauf achten, wenn zu diesem Thema in verschiedenen Medien berichtet wird. Insgesamt fällt die Wahrnehmung beziehungsweise die Reichweite des Brustkrebsmonat sehr niedrig aus. Kein Wunder also, dass 28 Prozent der Bevölkerung es für (eher) sinnlos halten, den Oktober als Brustkrebsmonat zu nutzen.

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Risikofaktoren falsch eingeschätzt und unterschätzt

In einer weiteren Frage sollten Teilnehmer einschätzen, welche Faktoren das Risiko für eine Brustkrebserkrankung erhöhen können. Insgesamt haben Frauen die Risikofaktoren etwas besser eingeschätzt als Männer: 73 Prozent der Frauen und nur 53 Prozent der Männer denken, dass eine genetische Veranlagung das Risiko erhöhen kann. Tatsächlich ist die genetische Veranlagung neben der Familiengeschichte (erkrankte Verwandte) einer der Hauptrisikofaktoren, letztere wird jedoch nur von 66 Prozent der Frauen und 43 Prozent der Männer als solcher eingeschätzt. Nur 22 Prozent schätzen Alkoholkonsum richtigerweise als Risikofaktor ein, und auch Übergewicht und Bewegungsmangel werden von einem erstaunlich kleinen Anteil der Bevölkerung richtig als Risikofaktor eingestuft (21 und 15 Prozent).

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Der Mythos, der momentan am weitesten verbreitet ist, vor allem unter 16- bis 24-Jährigen (32 Prozent), ist, dass die Strahlung von Smartphones das Brustkrebsrisiko erhöht. Wie zum Beispiel die Organisation Brustkrebs-Aufklärung ReThink mitteilt, haben die Radiofrequenzen, die vom Smartphone ausgestrahlt werden, nicht genug Energie, um die DNA direkt beschädigen zu können. Nach wie vor glauben auch 8 Prozent der Frauen, dass das Tragen von BHs mit Bügeln oder das Tragen eines BHs beim Schlafen (12 Prozent) Risikofaktoren sind, obwohl dies nicht stimmt. Koffeinkonsum, der momentan sogar eher als risikomindernd eingestuft wird, halten 12 Prozent fälschlicherweise für risikosteigernd.

 

Vorsorge wird leider noch (zu) klein geschrieben

Ärzte empfehlen Frauen, sich regelmäßig selbst zu untersuchen, und spätestens ab 30 sollte sich jede Frau jährlich beim Arzt untersuchen lassen. Für 50 bis 69 Jährige Frauen wird außerdem alle zwei Jahre von der Krankenkasse eine Mammographie (Röntgen der Brust) übernommen, da bei ihnen das Risiko am höchsten ist und eine frühe Erkennung des Krebs häufig der Schlüssel zur Heilung ist. Trotzdem geben in der Umfrage 20 Prozent der Frauen über 35 an, dass sie noch nie eine Vorsorgeuntersuchung gemacht haben, weder beim Arzt, noch an sich selbst. 50 Prozent der Frauen, die niemanden in ihrem Umfeld kennen, der von Brustkrebs betroffen ist oder war, haben noch keine Untersuchung gemacht, während es unter denjenigen, die jemanden in ihrem nahen Umfeld kennen, der erkrankt ist, nur 25 Prozent sind. Außerdem haben nur 14 Prozent der Männer bereits eine Brustkrebs-Vorsorgeuntersuchung gemacht.

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Aufklärung lässt zu wünschen übrig

Generell kennen mehr Frauen (62 Prozent) als Männer (53 Prozent) jemanden in ihrem Umfeld oder ihrer Familie, der an Brustkrebs erkrankt ist. Dies lässt sich jedoch auch mit der Aufklärung über das Thema allgemein erklären. 26 Prozent der Männer und nur 12 Prozent der Frauen sagen, dass sie überhaupt nicht über die Risikofaktoren und andere allgemeine Aspekte von Brustkrebs aufgeklärt sind. Immerhin: Nur 6 Prozent der Frauen über 35 geht es so, was damit zusammenhängt, dass jegliche Aufklärungskampagnen auf diese Zielgruppe ausgerichtet sind. Es gilt aber zu bedenken, dass jede 10. Frau, die in Deutschland an Brustkrebs erkrankt, noch nicht 45 Jahre alt ist. Dementsprechend sollten auch Kampagnen für andere Zielgruppen entworfen werden, wie zum Beispiel für die 24 Prozent der 18- bis 24-Jährigen, die sich überhaupt nicht informiert fühlen.

 

Hier nochmal die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst in der Appinio-Infografik:

brustkrebsmonat (2)

 

 

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