Menü   +49 40 413 49 710

Ernährungsmythen: Zucker, Gemüse, Light-Produkte

page-4

Wie aufgeklärt sind junge Menschen in Deutschland bezüglich in Sachen Ernährung? Glauben Sie an die typischen Ernähnungsmythen? Die Marktforschungsplattform Appinio hat im Februar 2018 etwa 1200 junge Deutsche im Alter von 14 bis 34 Jahren zum Thema Ernährungsmythen befragt. Die Umfrage ist bevölkerungsrepräsentativ nach Alter und Geschlecht.

Ernährungsmythos 1: Tiefgefrorenes Gemüse ist ungesünder als frisches

Zuerst wurden die Teilnehmer gefragt, ob sie denn glauben, dass tiefgefrorenes Gemüse und Obst weniger Nähstoffe enthält als die frische Variante, die man in den Regalen von Supermärkten findet, sich als Biokiste liefern lässt oder etwa direkt vom Baum pflücken kann.Appinio Studie Ernährunsgmthyen tiefgefrorenes Gemüse

Knapp die Hälfte der Umfrageteilnehmer der Appinio-Studie ist der Ansicht, dass Gemüse und Obst in der tiefgefrorenen Version weniger Nährstoffe enthalten, also etwas ungesünder sind als die frische Variante. Fakt ist jedoch, dass gefrorenes Gemüse, etwa Bohnen, Spinat oder Brokkoli, oft sogar mehr Nährstoffe enthält als nicht gefrorenes. Das liegt daran, dass Gemüse direkt nach der Ernte schockgefrostet wird. Gewisse Nährstoffe, etwa Vitamin C, werden schnell abgebaut, wenn Gemüse und Obst an der Luft ist und im Supermarkt oder auf dem Transportweg gelagert wird. Wird es hingegen gefroren, werden die Nährstoffe konserviert. 


Ernährungsmythos 2: Fasten entschlackt den Körper

Detox-Tees, Fastenkuren, Entschlackungsratgeber. Der Markt mit dem Fasten und Diäten boomt. Das weitverbreitete Versprechen dahinter: Fasten entschlackt den Körper und hilft ihm, sich von Giftstoffen zu befreien. Das glauben 65 Prozent der von Appinio befragten jungen Leute aus Deutschland auch. Fakt ist jedoch: Ein gesunder menschlicher Körper enthält weder „Schlacken“ noch Ablagerungen von irgendwelchen Stoffwechselprodukten, so die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Abbauprodukte, die der Körper nicht verwerten kann, werden über Darm und Nieren ausgeschieden. Aller wissenschaftlichen Erkenntnisse zufolge sind Giftstoffe und Schlacken, von denen man sich durch Fasten oder Detox-Kuren entgiften soll, nicht als ein Mythos.


Ernährungsmythos 3: Light-Produkte helfen beim Abnehmen

Beim Thema Abnehmen mit Light-Produkten hingegen liegt die Mehrheit der Befragten richtig. Auf die Frage, ob es beim Abnehmen hilft, Light-Produkte zu konsumieren, antworten 65 Prozent der Befragten mit Nein. Es ist eine von der Diätlebensmittelindustrie weitverbreitete Annahme, dass man mit fettarmen oder zuckerarmen Produkten schneller abnimmt. Das stimmt jedoch nicht, denn diese Produkte enthalten zwar oft weniger Kalorien als die Originale - sie sättigen aber auch schlechter. Die Folge ist, dass man schneller wieder Hunger bekommt oder mehr davon isst. Außerdem wird in fettarmen Produkten oft einfach mehr Zucker hinzugefügt, damit sie auch schmecken.Appinio umfrage ernährungsmythen Light-Produkte


Ernährungsmythos 4: Orangensaft hat weniger Kalorien als Cola

Appinio wollte wissen, ob die Umfrageteilnehmer denken, dass Fruchtsäfte wie Orangensaft oder Apfelsaft viel weniger Kalorien enthalten als Softdrinks wie Cola oder Fanta. 51 Prozent sind der Ansicht, dass dies tatsächlich so ist. Das stimmt allerdings nicht. Orangensaft enthält auf 100 ml etwa 43 kcal, davon 9g Zucker. Coca-Cola enthält genau so viele Kalorien (43kcal) und 10,6g Zucker. Beide Getränke sind damit Kalorienlieferanten und vielmehr eine Mahlzeit als nur ein zusätzliches Getränk. Nur jeder zweite junge Befragte scheint sich dessen bewusst zu sein.   


Ernährungsmythos 5: Brauchen wir Fleisch?

Ein weiterer Ernährungsmythos, mit dem sich vor allem Vegetarier hin und wieder konfrontiert sehen: Der Mensch braucht Fleisch. Denn ohne den regelmäßigen Konsum von Fleisch könne er sich schließlich nicht alle wichtigen Nährstoffe wie Eisen, Vitamin B12 oder Proteine zufügen.Appinio Umfrage Ernährungsmythen Fleisch64 Prozent der Befragten stimmen dieser Aussage zu. Fakt ist jedoch: Vegetarier leiden nicht automatisch an Mangelernährung und um alle wichtigen Nährstoffe zu sich zu nehmen, braucht der Mensch kein Fleisch. Denn Nährstoffe wie Eisen kann man auch aus Sonnenblumenkernen oder Linsen aufnehmen und Vitamin B12 steckt in Joghurt, Milch oder Sauerkraut. 


Ernährungsmythos 6: Fruchtzucker ist gesünder als Kristallzucker

Und auch zu einem weiteren Mythos hat Appinio die jungen Deutschen gefragt: zu der verbreiteten Annahme, dass Fruchtzucker gesünder sei als Kristallzucker. 65 Prozent der Befragten stimmen dem zu und sind der Ansicht, dass Fruchtzucker gesünder sei. Das stimmt jedoch nicht. Zwar enthalten Lebensmittel wie Äpfel oder Paprika natürlichen Fruchtzucker, der dem Körper in geringen Mengen nicht schadet. Jedoch gibt es noch eine andere, sehr häufig in Lebensmitteln wie Fertigessen, Softdrinks oder Süßigkeiten zugesetzte Form des Fruchtzuckers: industriell hergestellte Fruktose. Diese ist kostengünstig und einfach herzustellen. Fruchtzucker enthält jedoch weder weniger Kalorien als Industriezucker, noch ist er gesünder. In zu hohen Mengen schädigt er den Körper genauso wie andere Arten des Zuckers.


Ernährungsmythos 6: Reichen Vitamine als Nahrungsergänzung?

Und nun zum letzten Mythos: Kann man sich wichtige Vitamine, wie beispielsweise Vitamin C auch durch Nahrungsergänzungsmittel zuführen? 75 Prozent der jungen Deutschen sind der Ansicht, dass man das tatsächlich könne. Die Antwort ist nicht ganz einfach. Die empfohlene Tagesdosis an Vitamin C liegt bei etwa 80 mg. Das lässt sich gut mit ein wenig Obst und Gemüse erreichen. Ein gefährlicher Mangel liegt erst dann vor, wenn über längere Zeit hinweg weniger als 10 mg Vitamin C am Tag aufgenommen werden. Das ist in westlichen Industrienationen jedoch äußerst selten. Supplementiert man mit Vitamin C-Tabletten, dann ist das meist vollkommen unnötig. Der Körper kann das Vitamin nicht speichern und scheidet es aus. Die Einname der Nahrungsergänzungsmittel ist somit völlig umsonst. Anstatt sich Vitamin C durch Tabletten zuzuführen, kann man also auch einfach ab und an in einen Apfel beißen. 


Weitere Studien von Appinio rund um Einzelhandel und Einkaufsverhalten



Diesen Artikel teilen

Insights zum Thema Nachhaltigkeit: drei Studien

Nachhaltigkeit geht uns alle an. Wir müssen Ressourcen schonen und Lebewesen und Ökosysteme bewahren. Das Thema Nachhaltigkeit

Beitrag weiterlesen


Appinio Research   •   04.07.19 15:47
Diät-Studie: 71 % der Frauen möchten aktuell abnehmen

Wie nimmt man erfolgreich ab? Diese Frage versuchen Life-Style Magazine auf der ganzen Welt ihren Lesern zu beantworten. Doch

Beitrag weiterlesen


Appinio Research   •   12.10.18 17:14
Einkaufsroutinen im Supermarkt: 67% kaufen immer das Gleiche ein

Wann gehen Familienväter einkaufen? Wie steht es um Fleischkonsum im Bundesländer-Vergleich? Öffnen Deutsche beim Eier-Kauf

Beitrag weiterlesen


Appinio Research   •   04.07.18 11:09
Nur jeder Vierte is(s)t Öko: Studie zu Bio-Lebensmitteln

Kaum ein Werbespot für Bio-Lebensmittel kommt ohne glückliche Kühe und fröhliche Bauern aus. Und scheinbar lässt sich der ein

Beitrag weiterlesen


Appinio Research   •   17.01.18 14:20
Lebensmittelverschwendung: Die Jüngeren werfen am meisten weg

Anfang Mai findet in Deutschland seit einigen Jahren der „Tag der Lebensmittelverschwendung“ statt. Warum Anfang Mai? Weil bis

Beitrag weiterlesen


Appinio Research   •   20.11.17 12:46
Supermarktstudie: Das wollen Verbraucher

Aldi, Kaufland, Lidl, Rewe, Edeka, Penny usw. Supermärkte gibt es in Deutschland an jeder Ecke. Über 35.000

Beitrag weiterlesen


Appinio Research   •   13.11.17 10:36