Wahrheit oder Mythos - Was wissen junge Deutsche über Ernährung? Appinio hat nachgefragt!

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Die Markt- und Meinungsforschungsplattform Appinio hat im Februar 2018 etwa 1200 junge Deutsche im Alter von 14 bis 34 Jahren zum Thema "Ernährungsmythen" befragt. Das Alter der Teilnehmer ist repräsentativ anhand der deutschen Bevölkerungsstruktur verteilt. Mit der Umfrage wollte Appinio herausfinden, wie aufgeklärt junge Menschen in Deutschland bezüglich im Volksmund kursierenden Wahr- und Unwahrheiten über Ernährung sind. 

 

Zuerst wurden die Teilnehmer gefragt, ob sie denn glauben, dass tiefgefrorenes Gemüse und Obst weniger Nähstoffe enthält als die frische Variante, die man in den Regalen von Supermärkten findet, sich als Biokiste liefern lässt oder etwa direkt vom Baum pflücken kann.ObstGemüse.png

Knapp die Hälfte der Befragten ist der Ansicht, dass Gemüse und Obst in der tiefgefrorenen Version weniger Nährstoffe enthalten, also etwas ungesünder sind als die frische Variante. Fakt ist jedoch, dass gefrorenes Gemüse, etwa Bohnen, Spinat oder Brokkoli oft sogar mehr Nährstoffe enthält als nicht gefrorenes. Das liegt daran, dass Gemüse direkt nach der Ernte schockgefrostet wird. Gewisse Nährstoffe, etwa Vitamin C, werden schnell abgebaut, wenn das Gemüse und Obst an der Luft ist und im Supermarkt oder auf dem Transportweg gelagert wird. Wird es hingegen gefroren, werden die Nährstoffe konserviert. 

 

Entschlackung = Mythos?

 

Detox-Tees, Fastenkuren, Entschlackungsratgeber - der Markt mit dem Fasten boomt. Das weitverbreitete Versprechen dahinter: Fasten entschlackt den Körper und hilft ihm, sich von Giftstoffen zu befreien. FastenEntschlackung.pngDas glauben ganze 65 Prozent der von Appinio befragten jungen Leute aus Deutschland auch. Fakt ist jedoch: Ein gesunder menschlicher Körper enthält weder "Schlacken" noch Ablagerungen von irgendwelchen Stoffwechselprodukten, so die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Abbauprodukte, die der Körper nicht verwerten kann, werden über Darm und Nieren ausgeschieden. Aller wissenschaftlichen Erkenntnisse zufolge sind Giftstoffe und Schlacken, von denen man sich durch Fasten oder Detox-Kuren entgiften soll, nicht als ein Mythos.

 

Helfen Light-Produkte beim Abnehmen?

Beim Thema "Abnehmen mit Light-Produkten" hingegen liegt die Mehrheit der Befragten richtig. Auf die Frage, ob es beim Abnehmen hilft, Light-Produkte zu konsumieren, antworten 65 Prozent der Befragten mit "Nein". Es ist eine von der Diätlebensmittelindustrie weitverbreitete Annahme, dass man mit fettarmen oder zuckerarmen Produkten schneller abnimmt. Das stimmt jedoch nicht, denn diese Produkte enthalten zwar oft weniger Kalorien als die Originale - sie sättigen aber auch schlechter. Die Folge ist, dass man schneller wieder Hunger bekommt oder mehr davon isst. Außerdem wird in fettarmen Produkten oft einfach mehr Zucker hinzugefügt, damit sie auch schmecken.LightFruchtsäfte.png

 

Wie viel Kalorien enthält eigentlich Orangensaft?

Als Mythos Nummer 4, zu dem die Befragten Auskunft geben sollen, hat Appinio sie gefragt, ob sie denn denken, dass Fruchtsäfte wie Orangensaft oder Apfelsaft weniger Kalorien enthalten als Softdrinks wie Cola oder Fanta. 51 Prozent sind der Ansicht, dass dies tatsächlich so ist, dass Orangensaft also kalorienärmer ist als beispielsweise Cola. Das stimmt allerdings nicht wirklich. Orangensaft enthält auf 100ml etwa 43 kcal, davon 9g Zucker. Coca-Cola enthält genau so viele Kalorien (43kcal) und 10,6g Zucker. Beide Getränke sind damit Kalorienlieferanten und vielmehr eine Mahlzeit als nur ein zusätzliches Getränk. Nur jeder zweite junge Befragte scheint sich dessen bewusst zu sein.   

 

Brauchen wir Fleisch?

Ein weiterer Ernährungsmythos, mit dem sich vor allem Vegetarier hin und wieder konfrontiert sehen: Der Mensch braucht Fleisch. Denn ohne den regelmäßigen Konsum von Fleisch könne er sich schließlich nicht alle wichtigen Nährstoffe wie Eisen, Vitamin B12 oder Proteine zufügen.FlieschNährstoffe.pngGanze 64 Prozent der Befragten dieser Umfrage stimmen dieser Aussage zu. Fakt ist jedoch: Vegetarier leiden nicht automatisch an Mangelernährung und um alle wichtigen Nährstoffe zu sich zu nehmen braucht ein Mensch kein Fleisch. Denn Nährstoffe wie Eisen kann man auch aus Sonnenblumenkernen oder Linsen aufnehmen und Vitamin B12 steckt in Joghurt, Milch oder Sauerkraut. 

 

Ist Zucker gleich Zucker?

Und auch zu einem weiteren Mythos hat Appinio die jungen Deutschen gefragt: Der verbreiteten Annahme, dass Fruchtzucker gesünder ist als Kristallzucker. 65 Prozent der Befragten stimmen dem zu und sind der Ansicht, dass Fruchtzucker gesünder sei. Das stimmt jedoch nicht. Zwar enthalten gesunde Lebensmittel wie Äpfel oder Paprika natürlichen Fruchtzucker, der dem Körper in geringen Mengen nicht schadet. Jedoch gibt es noch eine andere, sehr häufig in Lebensmittel zugesetzte Form des Fruchtzuckers: Industriell hergestellte Fruktose. Diese ist kostengünstig und einfach industriell herzustellen und wird in Fertigessen, Softdrinks oder Süßigkeiten gegeben. Fruchtzucker enthält weder weniger Kalorien als Industriezucker, noch ist er gesünder. In zu hohen Mengen schädigt er den Körper genauso wie andere Arten des Zuckers.FruchtzuckerVitamine.png

Und nun zum letzten Mythos, zu dem Appinio seine User befragt hat: Kann man sich wichtige Vitamine, wie beispielsweise Vitamin C auch durch Nahrungsergänzungsmittel zuführen? 75 Prozent der jungen Deutschen sind der Ansicht, dass man das tatsächlich könne. Die Antwort ist nicht ganz einfach. Die empfohlene Tagesdosis an Vitamin C liegt bei etwa 80mg. Das lässt sich gut mit ein wenig Obst und Gemüse erreichen. Ein gefährlicher Mangel liegt erst dann vor, wenn über längere Zeit hinweg weniger als 10mg Vitamin C am Tag aufgenommen werden. Das ist in westlichen Industrienationen jedoch äußerst selten. Supplementiert man mit Vitamin C-Tabletten, dann ist das meist vollkommen unnötig. Der Körper kann das Vitamin nicht speichern und scheidet es aus. Die Einname der Nahrungsergänzungsmittel ist somit völlig umsonst. Anstatt sich Vitamin C durch Tabletten zuzuführen, kann man also auch einfach ab und an in einen Apfel beißen. 

 

 

Die wichtigsten Ergebnisse hier nochmal zusammengefasst in der Appinio-Infografik:

InfografikErnährungsmythen_full.png

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