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Appinio-Studie: Paketboom vs. Nachhaltigkeit -jeder Vierte fühlt sich schuldig Veröffentlichung: 1. Juni 2021

Wen in den vergangenen Monaten die Shopping-Lust gepackt hat, konnte dank Corona-Pandemie fast nur im Internet Produkte in den (virtuellen) Warenkorb legen. Doch anstatt sich in Verzicht zu üben und mit dem Shopping bis zur Wiedereröffnung von Geschäften zu warten, sorgen die Deutschen für einen Boom beim E-Commerce und Online-Versand. Das zieht auch Probleme mit sich: Neben der chronischen Überlastung von Paketboten und Transportunternehmen schadet der Paket-Rausch auch unserem Klima. Trotz klimaneutralem Versand einzelner Unternehmen entsteht zum Beispiel ein Haufen Verpackungsmüll. Wie verträgt sich das mit dem Streben nach (mehr) Nachhaltigkeit? Das Marktforschungsinstitut Appinio hat dazu im wöchentlich erscheinenden Corona-Report 1.000 Menschen repräsentativ (nach Alter und Geschlecht) befragt. Viele Befragte haben kein schlechtes Gewissen, dass sie in letzter Zeit mehr Pakete als sonst bestellt haben. Trotzdem ist einem Großteil der Befragten das Thema Nachhaltigkeit wichtig. Im Kampf gegen den Klimawandel sehen sie vor allem Unternehmen und die Politik in der Pflicht.

 

Alkohol: Gesellschaftsfähig trotz Abstand

 

Die Appinio-Statistik zeigt: Der Konsum von Alkohol bleibt trotz Pandemie ein beliebter Zeitvertreib in Deutschland. Vier von zehn Befragten, die generell Alkohol trinken (41 Prozent) tranken in den vergangenen drei Monaten mindestens ein Mal pro Woche Alkohol, jeder Zweite mindestens ein Mal im Monat (53 Prozent). Die 55- bis 65-Jährigen trinken am häufigsten: Jeder Zweite, der Alkohol trinkt, trinkt mindestens ein Mal wöchentlich (55 Prozent).

 

 

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Die gesamten Studienergebnisse hat Appinio in einem 30-seitigen Report zusammengefasst. Interessierte können den Report zur Studie unter Angabe von Kontaktdaten herunterladen.

Zum Studien-Download


Online-Bestellungen nahmen durch Corona zu

Eine Nachricht, die nach über einem Jahr Pandemie kaum noch überrascht: Die Deutschen bestellen mehr online und Postboten klingen öfters als noch vor Corona an der Tür. Jeder Zweite gibt an, während der Corona-Lockdowns mehr online bestellt zu haben (54 Prozent). So erhielten in den vergangenen drei Monaten sechs von zehn Befragten (59 Prozent) wenigstens einmal pro Monat ein Paket, die Übrigen sogar mindestens einmal pro Woche (41 Prozent).

 

 

 

 

 

Darum kaufen Menschen online

Was bewegt Menschen dazu, Produkte (lieber) online zu kaufen –abgesehen von der Corona-Pandemie? Klimaneutraler Versand scheint es jedenfalls nicht zu sein. Als wichtig werden Kriterien wie Produktqualität (62 Prozent), Preis (59 Prozent) und verfügbare Zahlungsarten (53 Prozent). Ebenso wichtig sind die große Auswahl von Produkten (50 Prozent) sowie der kostenlose Versand und Rückversand (52 bzw. 53 Prozent). Vergleichsweise weniger entscheidend ist die Möglichkeit, online nachhaltige Produkte zu finden. Oder der Umstand, dass für den Versand nachhaltiges Verpackungsmaterial genutzt wird (26 bzw. 25 Prozent). Das Paradoxe an den Antworten in der Appinio-Studie: Kostenloser Versand und Rückversand sind wichtiger als Umwelt- und Recyclingkriterien. Dennoch ist die Hälfte der Befragten (47 Prozent) offen, höhere Versandgebühren für nachhaltigere Verpackungsoptionen zu zahlen.

 

Jeder Vierte hat ein schlechtes Gewissen bei Bestellungen

Ein Viertel der Befragten (28 Prozent) gab an, sich manchmal oder öfter schuldig zu fühlen, (wieder) ein Paket zugestellt zu bekommen. Das schlechte Gewissen fußt bei jedem Zweiten von ihnen auf dem Umstand, zur Überlastung der Paketboten beizutragen (52 Prozent). Erst danach kommen Umweltbedenken wie etwa zu viel Verpackungsmaterial (48 Prozent), hohe Transportemissionen (37 Prozent) oder umweltschädliche Verpackungen (33 Prozent).

 

Mehr Geld für mehr Umweltschutz?

Auch wenn der Begriff Nachhaltigkeit weit gefasst ist, spielt er im Alltag der Deutschen eine große Rolle: Acht von zehn Befragten ist das Thema Nachhaltigkeit generell (eher) wichtig (79 Prozent). Doch wer soll sich um die klimaschädlichen Probleme kümmern, die Online-Shopping verursacht? Geht es um die Verantwortung im Kampf gegen den Klimawandel, sehen die Befragten in erster Linie Unternehmen (65 Prozent) und Politik (62 Prozent) in der Pflicht. Erst an dritter Stelle kommen die Verbraucher selbst (54 Prozent). So plädiert etwa eine überwältigende Mehrheit (73 Prozent) dafür, dass Regierungen Unternehmen per Gesetz zu nachhaltigeren Verpackungslösungen verpflichten.

 

Fazit: Klimaschutz ja, aber Online-Shopping auch

Für den deutschen Klimaschutz gab es kürzlich ein wegweisendes Urteil: Das Bundesverfassungsgericht verpflichtete die aktuelle Regierung dazu, das deutsche Klimaschutzgesetz noch weiter zu verschärfen, da sonst die Folgen für kommende Generationen zu gravierend wären. In puncto Nachhaltigkeit sehen die Deutschen ebenfalls eher die Unternehmen und die Politik in der Pflicht, erst dann sich selbst. Auch wenn das Thema Nachhaltigkeit ein persönliches Anliegen vieler Befragten ist, wird – beschleunigt durch die Corona-Pandemie – kräftig online geshoppt und klimaschädliche Pakete an der Tür empfangen.

 

 

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