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Konjunkturpaket 2020 - was Deutschland davon hält
Veröffentlichung: 12. Juni 2020

Am 03. Juni 2020 hat der Koalitionsausschuss ein Konjunkturpaket in Höhe von ca. 130 Milliarden Euro beschlossen, um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie abzuschwächen. In einer national-repräsentativ-quotierten Umfrage haben wir 1.000 Menschen zwischen 16 und 65 zu den Beschlüssen befragt. Die überwiegende Mehrheit von 82 % gaben an, die beschlossenen Punkte (eher) gut bis sehr gut zu finden.

Inhaltsverzeichnis

 

 

(Bonus-)Regelungen für Unternehmen und Privathaushalte

 

Senkung der Mehrwertsteuer

Von Juli bis Dezember 2020 wird die Mehrwertsteuer von 19 % auf 16 % sowie von 7 % auf 5 % heruntergesetzt. 40 % der Deutschen finden diese Maßnahme (sehr) sinnvoll, während 31 % der Deutschen es für eher sinnvoll halten. Mehr als die Hälfte der Befragten (55 %) gehen davon aus, dass dadurch der Konsum gesteigert wird. 71 % der Deutschen sagen, dass diese Maßnahme der Wirtschaft helfen werde. 43 % der Deutschen stimmen jedoch (eher) nicht zu, dass diese Maßnahmen Privatpersonen entlasten wird.

KOnjunkturpaket Zustimmung Update


Kinderbonus - ab 300 € mehr für Familien mit kindergeldberechtigten Kindern

Die überwiegende Mehrheit der Deutschen (68 %) findet es sehr gut oder gut, dass Familien in diesen besonderen Zeiten unterstützt werden.

Das verbleibende Drittel der Deutschen findet diese Maßnahme jedoch (eher) nicht gut und begründet auf Nachfrage mit 53 %, dass nach den Steuern kaum etwas von dem Geld übrig bleiben würde. 43 % sagen außerdem, dass es anderen gesellschaftlichen Gruppen gegenüber unfair sei, da diese keine Unterstützung bekommen, wenn sie keine Kinder haben. 


Umweltbonus - statt 3.000 € jetzt 6.000 € Umweltprämie für alternative Antriebe

66 % der Befragten unterstützen die Erhöhung des Umweltbonus für E-Autos. Die verbleibenden 38 % jedoch finden diese Maßnahme (eher) nicht gut bis überhaupt nicht gut und geben als Grund dafür an, dass Benziner und Diesel ebenfalls einen Bonus bekommen sollten (20 %) oder man bei aktueller schlechter finanzieller Lage sowie kein Auto kaufen würde (47 %). Auf die Frage, ob man sich für ein Elektroauto entscheiden würde, spaltet sich Deutschland in drei Gruppen: 35 % geben an, kein Auto kaufen zu wollen, 35 % geben an, bei Altbekanntem (Diesel oder Benziner) bleiben zu wollen und die verbleibenden 30 % hat bereits ein Elektroauto gekauft oder plant dieses aktiv (9 %) oder würde aufgrund des erhöhten Bonus jetzt einen Elektrowagen kaufen (21 %).

Appinio Kreisdiagramm E-Autokauf


Sozialgarantie 21

Um eine Steigerung der Lohnnebenkosten zu verhindern, plant die Koalition eine "Sozialgarantie 2021". Die Sozialversicherungsbeiträge sollen bei maximal 40 Prozent stabilisiert werden, durch milliardenschwere Zuschüsse aus dem Bundeshaushalt. Die Kosten der "Sozialgarantie 2021" werden für 2020 mit 5,3 Milliarden Euro beziffert - für 2021 sind sie laut Koalition noch nicht absehbar. Die Maßnahme soll die Nettoeinkommen der Arbeitnehmer schützen und Arbeitgebern Verlässlichkeit bringen. 87 % der Befragten unterstützen dieses Vorgehen.

 

 

Investitionen in die Zukunft

 

Eine Milliarde für Kitas und Krippen

Dieser Betrag soll in den Um- und Ausbau von Kitas und Krippen investiert werden. Hier ist sich fast ganz Deutschland einig: Dieser Schritt ist (eher) notwendig bis sehr notwendig sagen 89 % der Befragten


50 Milliarden für die Zukunft

Die 50 Milliarden Euro sollen z. B. für den Ausbau 5G Netz, Forschung und Entwicklung von künstlicher Intelligenz oder auch moderne Wasserstofftechnik eingesetzt werden. 76 % der Befragten unterstützen diese Investition, besonders die Altersgruppe der 18-24-jährigen, die im Schnitt 9 % öfter gut angegeben haben - aber 25 % der Deutschen sprechen sich (eher) gegen die Investition aus, wobei dies prozentual höher in den Generationen 55 - 65 sowie 25 - 34-jährigen angegeben wurde.


Ausbau des Ladenetzes und EEG-Umlage

2.5 Milliarden Euro sollen in den Ausbau des Ladenetzes für Autos mit alternativen Antrieben sowie die Forschung und Entwicklung von Batteriezellen investiert werden. Diesen Schritt unterstützen 85 % der Deutschen und halten den Schritt für (eher) gut bis sehr gut.

86 % der Deutschen freuen sich außerdem auf die geplante Entlastung bei der EEG-Umlage - die Förderung von Ökostrom-Anlagen wird durch Zuschüsse durch den Bundeshaushalt konstant gehalten.

Grafik Zustimmung EEG-Umlage

Entlastungen des öffentlichen Lebens

 

Hilfe für Nah- und Fernverkehr

Fünf Milliarden Euro werden zur Verfügung gestellt, um Einnahmeausfälle der Deutschen Bahn aufzufangen, weitere 2,5 Milliarden Euro soll der Nahverkehr erhalten. Rund drei Viertel der Deutschen finden es (eher) gut bis sehr gut, dass dieses Geld zur Verfügung gestellt wird. Nur 5 % der Deutschen gaben an, diesen Schritt überhaupt nicht gut zu finden, während die restlichen Prozentangaben an (eher) nicht gut verteilt werden.


Entlastung der Kommunen 

Durch die anhaltende Pandemie drohen hohe Steuerausfälle, vor allem bei der Gewerbesteuer. Um Kommunen trotzdem handlungsfähig zu halten haben sich Bund und Länder dazu entschlossen, einen Teil der Ausfälle zu tragen. Der Bund wird dafür sechs Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Auch hier findet ein sehr großer Anteil von 86 % der Deutschen die Maßnahme (eher) gut bis sehr gut.


25 Milliarden für Hotellerie, Gastronomie, Clubs & Co.

Als Überbrückungshilfe für lange Durststrecken werden bis zu 25 Milliarden Euro für Hotel und Gaststätten, Clubs, Bars, Reisebüros, Schauspieler und Profisportvereine der unteren Ligen zur Verfügung gestellt. 83 % der Deutschen finden das (eher) gut bis sehr gut. Vor allem die Altersgruppe der 35 - 44 unterstützt diesen Schritt und zeigt das mit rund 7 % mehr Zustimmung als andere Altersgruppen.

Grafik Zustimmung Überbrückungshilfe Gastronomie & Co.

Rettung der Kultur mit einer Milliarde Euro

Mit einem großen Anteil von 79 % findet die deutsche Bevölkerung den Einsatz von einer Milliarde Euro zur Rettung von kulturellen Einrichtungen überwiegend (eher) gut bis sehr gut. Jedoch gibt es auch einen Anteil von 22 %, die diesen Schritt weniger bis gar nicht unterstützen. Als Begründung wird hier von 78 % angegeben, dass (etwas) zu viel Geld investiert werden würde. 22 % der Deutschen geben jedoch an, dass es (viel) zu wenig Geld sei, das in die Rettung des Kulturbereichs investiert werden soll.

 


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