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Knapp jeder Zweite vermeidet den Arztbesuch während der Pandemie
Veröffentlichung: 10. Dezember 2020

Appinio_Frau Videochat mit Arzt, Ärztin

Das Marktforschungsinstitut Appinio hat im Rahmen des wöchentlich erscheinenden Corona-Reports eine repräsentative Umfrage mit 1.000 Deutschen (nach Alter und Geschlecht) durchgeführt, um herauszufinden, ob durch die Pandemie Arzttermine vermieden worden sind und ob digitale Gesundheits-Services durch die Krise einen Schub bekommen haben.

Die Online-Terminvereinbarung beim Arzt ist inzwischen bei 30 Prozent der Bevölkerung zur Normalität geworden - vor Corona wurde dieser Service nur von 18 Prozent der Befragten genutzt.
Auch die Apps der Krankenkassen scheinen sich während der Corona-Krise als nützlich zu erweisen. Das Wachstum entspricht zwar nur sechs Prozent, aber mit 18 Prozent wird die Nutzung der Apps immer beliebter. Die Alternative zum persönlichen Arztbesuch, die Online-Sprechstunde, wird dagegen nur von gut jedem zehnten (neun Prozent) genutzt - vor der Pandemie waren es nur zwei Prozent, die via Videochat mit ihrem Arzt in Verbindung getreten sind.

 

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Die gesamten Studienergebnisse hat Appinio in einem 30-seitigen Report zusammengefasst. Interessierte können den Report zur Studie unter Angabe von Kontaktdaten herunterladen.

Zum Studien-Download

 

 

Jeder zweite vermeidet den Gang in die Arztpraxis

Obwohl es während der gesamten Krise nicht zur Debatte stand, ob Arztbesuche weiterhin erlaubt bleiben oder nicht, gaben 47 Prozent der Befragten an, dass sie mindestens einmal einen Arztbesuch vermieden oder aufgeschoben haben. Frauen haben dabei deutlich häufiger den Arztbesuch aufgeschoben als Männer (52 Prozent der Frauen vs. 41 Prozent der Männer).

Vor allem Zahnarztbesuche wurden während der Pandemie vermieden (45 Prozent) – besonders die Altersgruppe der 35 bis 44 Jährigen hat mit 51 Prozent auf Prophylaxe, Zahnreinigung und Co. verzichtet. Bei der Geschlechterverteilung sind dabei kaum Unterschiede zu sehen – Frauen (47 Prozent) wie Männer (43 Prozent) haben vor allem den Zahnarztbesuch ausfallen lassen. Fast ebenso häufig wurde der Besuch beim Allgemeinmediziner vermieden (39 Prozent), vor allem von 25- bis 34-Jährigen (49 Prozent) sowie von 45- bis 54-Jährigen (47 Prozent).

 

 

Wahrnehmung der derzeitigen Lage 

Die Wahrnehmung der Pandemie hat sich, in Bezug auf den Ernst der Lage, seit Anfang November kaum verändert. In dieser Woche schätzen 57 Prozent die aktuelle Lage als (sehr) ernst ein. Frauen sagen dabei häufiger, dass sie die Situation als sehr ernst oder ernst (60 Prozent) empfinden als Männer (53 Prozent). In größeren Städten mit 100.000 bis 1.000.000 Einwohnern wird die Lage von 60 Prozent der Menschen als (sehr) ernst eingeschätzt. In kleineren Orten mit 20.000 bis 50.000 Einwohnern sagen dies nur 50 Prozent.

 

Impfbereitschaft auf Rekordtief seit Beginn der Messung

Im Gegensatz zur Vorwoche würden sich aktuell nur noch 51 Prozent der Deutschen „eher“ bis „sehr wahrscheinlich“ gegen das Coronavirus impfen lassen, sobald ein Impfstoff auf dem deutschen Markt zugelassen werden würde. Dies sind minus vier Prozentpunkte im Vergleich zur Vorwoche. Der Anteil derer, die angaben, sich „überhaupt nicht wahrscheinlich“ impfen zu lassen, ist um drei Prozentpunkte angestiegen. Vor allem der Anteil der impfbereiten Frauen ist zurückgegangen: Waren es vergangene Woche noch 54 Prozent der Frauen, sind es in dieser Woche nur noch 47 Prozent (Männer 57 Prozent in der Vorwoche vs. 55 Prozent aktuell). Grundsätzlich gilt jedoch weiterhin: Je älter die Befragten desto wahrscheinlicher wollen sie sich impfen lassen.

 

 

Weiterhin Angst vor unbekannten Spätfolgen

Bedenken aufgrund der Sicherheit der Impfung, bspw. in Hinblick auf eventuell noch nicht bekannte Spätfolgen, bleibt weiterhin der stärkste Grund gegen eine Impfung. Männer gaben um neun Prozent häufiger als Frauen an, Bedenken wegen des damit einhergehenden Arztbesuches zu haben (zwölf Prozent vs. drei Prozent ). Dafür haben knapp drei von vier Frauen (72 Prozent, minus drei Prozent im Vergleich zur Vorwoche) Bedenken aufgrund etwaiger Spätfolgen, bei Männern sind es 67 Prozent (plus fünf Prozent im Vergleich zur Vorwoche). Bei den Altersgruppen unterscheiden sich die Gründe wenig - je älter die Befragten, desto höher der prozentuale Anteil derer, die sich Sorgen aufgrund der Sicherheit der Impfung machen (bspw. 79 Prozent der 55 bis 65 Jährigen aber 64 Prozent der 18 bis 24 Jährigen).

 

Die größten Sorgen im Leben mit der Pandemie

Die Sorge bezüglich einer schlechten Versorgung bei Krankheiten, unabhängig von Corona, hat sich auf einem hohen Level eingependelt: 30 Prozent der Deutschen sorgen sich darum, im Fall der Fälle nicht ausreichend versorgt zu werden. Und auch die Sorge bezüglich einer schlechten Versorgung im Falle einer Ansteckung mit Corona steigt seit vier Wochen stetig. Vor vier Wochen gaben 22 Prozent an, sich deswegen zu sorgen, in dieser Woche sind es 25 Prozent. 

Um die Gefahren einer Ansteckung zu minimieren wird der Kontakt zu Risikogruppen verstärkt vermieden. 51 Prozent, und damit so viele Befragte wie seit April nicht mehr, gaben an, Risikogruppen derzeit nicht zu besuchen, um sie nicht zu gefährden. In der Vorwoche gaben dies 47 Prozent an (plus vier Prozentpunkte).

 

Shoppingverhalten in der Vorweihnachtszeit

Weihnachten naht und das Shoppingverhalten der Deutschen konzentriert sich immer mehr auf Onlineshops. Der Anteil derer, die mehr online shoppen, befindet sich mit 53 Prozent auf dem Höchstpunkt seit Beginn unserer Messungen im März diesen Jahres. Auch die Zahl derer, die angaben, weniger offline zu shoppen, ist auf dem Höchstwert von 38 Prozent (drei Prozent mehr als in der Vorwoche) seit Beginn des Corona-Reports im März 2020. Dass die besinnliche Weihnachtszeit auch zum Schlemmen da ist, zeigt das Plus bei den Lebensmitteln: Weiterhin auf Platz drei der mehr gekauften Lebensmittel sind Süßigkeiten und Snacks - im Gegensatz zur Vorwoche geben hier zwei Prozent mehr an (23 Prozent), diese Produkte vermehrt zu kaufen. Damit sind die vermeintlich ungesunden Lebensmittel auf dem gleichen Höchstwert wie Gemüse, bei dem ebenfalls 23 Prozent der Befragten angeben, dieses mehr zu kaufen als vor der Pandemie.

 

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