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Corona-Studie: Junge Menschen nehmen Pandemie weniger ernst als ältere
Veröffentlichung: 21. Oktober 2020

Frau mit Maske zwischen leeren Stuhlreihen_Appinio Studie Corona

Die Infektionszahlen steigen stetig, immer mehr Gebiete in Deutschland werden zu Risikogebieten erklärt. Doch wie verhalten sich die Deutschen aktuell und wer nimmt die Krise noch wirklich ernst? Zu dieser Frage hat das Marktforschungsinstitut Appinio repräsentativ 1.000 Deutsche (nach Alter und Geschlecht) im Rahmen des wöchentlichen Corona Consumer Trackings befragt. Zu beobachten ist: Die Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen sieht deutlich weniger Ernsthaftigkeit in der Krise als ältere Altersgruppen. Außerdem: Wie groß ist die Bereitschaft dazu, jetzt oder noch in diesem Jahr eine Großveranstaltung wie ein Konzert, ein Musical oder ein Volksfest zu besuchen? Welche Maßnahmen könnten ein Gefühl für Sicherheit geben? Und wie viele Deutsche planen den Kauf von Tickets als Weihnachtsgeschenk?

Corona-Regeln und Zivilcourage

Die AHA-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske) werden noch immer nicht eingehalten – zumindest beobachten das die Deutschen: 68 Prozent der Befragten gaben in dieser Woche an, Verstöße gegen die Regeln wie bspw. das falsche Tragen des Mund-Nasen-Schutzes, beobachtet zu haben. Am häufigsten (81 Prozent) wurde beobachtet, dass Mund und Nase nicht vollständig von einer Alltagsmaske bedeckt waren, dicht gefolgt von der Nichteinhaltung des Mindestabstandes von 1,5 m (77 Prozent).

 

Ältere Altersgruppe nimmt die Krise deutlich ernster als jüngere

82 Prozent der Deutschen denken, dass die aktuelle Lage der Corona-Pandemie eher ernst bis sehr ernst ist. Im Alterssplit zeigt sich: während in der Altersgruppe der 55- bis 65-Jährigen 67 Prozent die Lage als ernst oder sehr ernst einschätzen, sind es unter den 18- bis 24-Jährigen 20 Prozentpunkte weniger, nämlich 47 Prozent. Bei diesen Altersgruppen sind es aber auch jeweils gleich viele Prozente (jeweils drei Prozent), die die Lage als “überhaupt nicht ernst” einschätzen würden.


 

Großveranstaltungen: Nur 15 Prozent würden jetzt ein Event besuchen

Mehr als jeder Zweite (53 Prozent) wollte dieses Jahr eine Großveranstaltung besuchen. Die meisten Personen, die von der Absage oder der Verschiebung betroffen sind, wollten eigentlich ein Musik-Konzert besuchen (42 Prozent). Danach folgen mit Abstand Volksfeste (32 Prozent) wie beispielsweise das Oktoberfest und Musikfestivals (25 Prozent) wie Rock am Ring, Wacken und Co.

 

Aktuell können sich nur 10 Prozent der Bevölkerung vorstellen, eine Großveranstaltung zu besuchen. Der größte Teil von 28 Prozent kann sich erst nach März 2021 vorstellen, wieder ein Event zu besuchen, während sich jeweils 11 Prozent gar keinen Veranstaltungsbesuch im kommenden Jahr bzw. erst, wenn ein Impfstoff zugelassen wurde, vorstellen können.

 

Unterm Weihnachtsbaum werden dieses Jahr jedoch trotzdem kaum Veranstaltungstickets liegen: Nur 10 Prozent der Deutschen können sich vorstellen, Tickets fürs nächste Frühjahr zu Weihnachten zu verschenken.


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Die gesamten Studienergebnisse hat Appinio in einem 30-seitigen Report zusammengefasst. Interessierte können den Report zur Studie unter Angabe von Kontaktdaten herunterladen.

Zum Studien-Download

Durch geeignete Maßnahmen zurück zur Sicherheit?

Doch es kann trotzdem etwas für die Sicherheit getan werden: Immerhin 10 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich bei der Einhaltung der geltenden Corona-Regeln “voll und ganz sicher” fühlen würden - und weitere 47 Prozent stimmen dem immerhin eher zu. Um dieses Gefühl noch zu verstärken helfen die folgenden Maßnahmen: 42 Prozent der Befragten geben an, dass eine Maskenpflicht zum Sicherheitsgefühl beitragen würde, 39 Prozent wünscht sich genügend Platz, um jeglichen Körperkontakt zu meiden und 37 Prozent setzen auf eine nur beschränkte Teilnehmeranzahl, wie sie aktuell schon im Fußball oder auch Theater umgesetzt wird. Trotz dieser Bemühungen sagt jedoch auch ein knappes Drittel (32 Prozent), dass gar keine Sicherheitsmaßnahme aktuell helfen würde, damit sie wieder eine Großveranstaltung besuchen würden.

 

Weitere Entwicklungen im Leben mit der Pandemie

Die Infektionszahlen steigen – und damit auch die Sorge der Deutschen um Dinge wie bspw. eine Massenpanik (plus fünf Prozentpunkte, 25 Prozent) oder die Absage von privaten Veranstaltungen wie Hochzeiten (plus zwei Prozentpunkte, 12 Prozent).

Die Angst vor einem zweiten Lockdown, also dem „vollständigen Erliegen des öffentlichen Lebens“, ist im Vergleich zur Vorwoche um zwei Prozentpunkte auf 31 Prozent angestiegen.

Dafür steigt die Einhaltung der Maßnahmen zur Vermeidung einer Ansteckung: Es wird sich wieder mehr die Hände gewaschen, der Mund-Nasen-Schutz wird wieder mehr getragen und auch Menschenmassen werden wieder stärker gemieden. Auch wird der Herbst deutlich sportlicher: vier Prozentpunkte mehr geben derzeit an, ihr Immunsystem durch sportliche Aktivitäten zu stärken. Damit ist jetzt jeder Dritte (33 Prozent) aktiv unterwegs. Wie in der Vorwoche gaben 34 Prozent der Arbeitnehmer an, von zu Hause zu arbeiten – dagegen ist die Zahl der Personen, die in ihrer Freizeit verstärkt zuhause bleiben um ganze sechs Prozentpunkte auf 66 Prozent angestiegen.

 

Im Kaufverhalten von Non-Food-Artikeln hat sich einiges getan: Bis auf Desinfektionsmittel, das im Vergleich zur Vorwoche gleich viel gekauft wird (47 Prozent), werden alle anderen Top 5 Produkte (Mundschutz minus vier Prozentpunkte auf 55 Prozent, Einweghandschuhe minus vier Prozentpunkte auf 28 Prozent, Seife minus zwei Prozentpunkte auf ebenfalls 28 Prozent sowie Toilettenpapier minus einen Prozentpunkt auf 18 Prozent) weniger eingekauft als vorher.

 

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