Menü

Die Mehrheit der Deutschen blickt pessimistisch auf die Pandemiezukunft Veröffentlichung: 2. Februar 2022

Auch 2022 gilt: Corona und kein Ende! Erst die vierte Welle, nun die fünfte Welle und dann endlich Endemie? Welchen Verlauf die Corona-Pandemie in diesem Jahr nehmen wird, kann niemand so richtig sagen. Während viele Menschen auf ein Leben wie vor der Gesundheitskrise hoffen, prognostizieren andere Stimmen weitaus düstere Zukunftsszenarien. Wie schätzen die Deutschen die momentane Pandemie-Lage ein? Reichen die aktuellen Gegenmaßnahmen gegen die ansteckendere Omikron-Variante aus oder müssen sie verschärft oder gar gelockert werden? Und wie steht es um ein Enddatum der Pandemie? Dazu hat Appinio im wöchentlich erscheinenden Corona-Report 1.000 Menschen repräsentativ (nach Alter und Geschlecht) befragt. Trotz wirksamer Impfung und vermeintlich schwächerer Virusvariante hat die Mehrheit der Deutschen Angst davor, sich mit dem Virus anzustecken.

-        Mehr als jeder Zweite hat nach wie vor Angst, sich mit dem Virus zu infizieren. Sorgen bereiten dabei nicht nur schwere Verläufe, sondern auch Long Covid

-        Mehr als die Hälfte der Befragten findet die momentanen Corona-Maßnahmen zu hart, auch weil sie einen starken Einfluss auf den Alltag vieler Menschen haben

-        Wann ist die der endemische Zustand erreicht? Die Deutschen sind eher pessimistisch und jeder Fünfte befürchtet, noch mehr als zwei Jahre in diesem Zustand ausharren zu müssen

 

Angst vor Ansteckung nach wie vor groß

Die Angst vor Covid-19 ist auch nach zwei Jahren Pandemie nach wie vor groß: Mehr als jeder zweite Deutsche (68 Prozent) hat Sorge, sich mit Covid anzustecken. Von ihnen hat auch fast jeder (89 Prozent) Angst vor der tatsächlichen Erkrankung. Das liegt aber keinesfalls unbedingt an den potenziellen Beschwerden während der akuten Erkrankung, sondern vielmehr an den facettenreichen Langzeitfolgen: Drei Viertel der Befragten (75 Prozent) fürchtet sich vor Long Covid. Zudem hat mehr als jeder Zweite (64 Prozent), der Angst vor Covid-19 hat, vor allem Sorgen um einen schweren Krankheitsverlauf. Nicht zuletzt sind die Befürchtung, andere anzustecken (57 Prozent) sowie das Risiko, ins Krankenhaus eingeliefert zu werden (44 Prozent), weitere Sorgenbereiche. Zudem hat jeder Vierte Angst davor, auf der Arbeit (22 Prozent) oder im Familienleben (28 Prozent) auszufallen.

Corona-Maßnahmen zu hart und einschneidend

Auch wenn es mehrere effektive Impfstoffe und nach zwei Jahren auch vermeintlich genug Erfahrung mit dem Coronavirus gibt, glaubt jeder zweite Deutsche (55 Prozent) daran, dass die Corona-Auflagen in Deutschland in den kommenden Monaten nochmals verschärft werden.​ Dabei finden sechs von zehn Befragten (59 Prozent) die momentanen Corona-Regeln (eher) für zu streng – kein Wunder, schließlich wirken sich die Auflagen bei zwei Drittel der Befragten (74 Prozent) stark auf den Alltag aus.

Aufgrund der momentan explodierenden Infektionszahlen wollen sich viele Menschen bereits jetzt persönlich verstärkt einschränken: Jeder dritte Deutsche will weniger Veranstaltungen besuchen oder seltener in Restaurants oder Bars vorbeischauen (je 34 Prozent). Zudem will fast jeder Zweite (45 Prozent) in der kommenden Zeit wieder weniger Menschen treffen. Hier gibt es jedoch starke Altersunterschiede: Während unter den 55-65-Jährigen mehr als jeder Zweite (55 Prozent) weniger Besuch haben will, verfolgt in der Generation Z (16- bis 24-Jährige) nur knapp jeder Dritte (32 Prozent) diesen Plan.​

Wie lange dauert die Pandemie noch?

Neue wissenschaftliche Erkenntnisse, ansteckende Virusvarianten und das Gefühl einer Endlosschleife:  Die Mehrheit der Deutschen (52 Prozent) blickt pessimistisch auf die Zukunft der Corona-Pandemie pessimistisch. ​Dabei kristallisiert sich eine Spaltung heraus: Während jeder Vierte (27 Prozent) die Hoffnung hat, dass die Pandemie spätestens in sechs Monaten zur Endemie wird, glaubt jeder Fünfte (20 Prozent), dass die globale Gesundheitskrise erst in mehr als 24 Monaten unter Kontrolle sein wird.

Dabei sind die Jüngeren generell etwas optimistischer. In der Generation Z denkt jeder Vierte (25 Prozent), dass die Pandemie in 12 bis 24 Monaten unter Kontrolle sein wird. Hingegen ist jeder Vierte (23 Prozent) unter den 55-65-Jährigen der Meinung, dass dies erst in über zwei Jahren der Fall sein wird.​

Diesen Artikel teilen