Houssein ist seit 2022 bei Appinio und arbeitet als Senior Research Consultant. Mit seinem akademischen Hintergrund (Doktor der Philosophie in Politikwissenschaft und Staatswissenschaften) ist er einer unserer geschätzten Webinar-Referenten, der komplexe Methoden verständlich und auf den Punkt vermittelt. Neben seiner Tätigkeit bei Appinio promoviert er am Deutschen Institut für Globale und Regionalstudien (GIGA). So sieht sein typischer Arbeitstag aus:
Mein Tag beginnt abseits von Umfragen, Kundenbriefings, Dashboards oder methodischen Diskussionen. Meistens starte ich mit einem Besuch im Fitnessstudio, da ich derzeit für einen Marathon unter 3:30 Stunden trainiere. Im Team sind wir generell ziemlich sportlich unterwegs – aktuell läuft sogar eine Challenge, jeden Tag 1 km zu laufen. Der sportliche Ehrgeiz ist also definitiv da.
Nach dem Training nehme ich mir Zeit zum Meditieren, bevor der Arbeitstag startet. Das ist ein wichtiger Teil meiner Routine geworden. In der Marktforschungsberatung laufen oft viele Fäden gleichzeitig zusammen: Kundengespräche, interne Abstimmungen, Deadlines, Updates zur Feldforschung, spontane Methodenfragen und schnelle Entscheidungen. Ein ruhiger Start am Morgen hilft mir, geerdet und fokussiert zu bleiben.
Sobald ich online oder im Büro bin, verschaffe ich mir zuerst einen Überblick. Ich setze mich mit unseren Teams aus Research Operations und Customer Success zusammen, um laufende Projekte, Kundenbriefings, Zeitpläne und Tagesprioritäten durchzugehen.
Dabei prüfen wir zum Beispiel, ob eine Umfrage bereit für den Test ist, besprechen den Fortschritt der Feldarbeit, klären offene Fragen mit Kundinnen und Kunden oder stellen sicher, dass alle Beteiligten auf dem gleichen Stand sind. Da ein Großteil der Arbeit darin besteht, Projektteile miteinander zu verknüpfen, sind diese morgendlichen Abstimmungen essenziell.
Manchmal geht es dabei sehr operativ zu: Werden die Quoten wie geplant erfüllt? Stimmt die Logik des Fragebogens? Gibt es Kundenfeedback? Müssen wir vor dem Launch noch nachjustieren? In anderen Fällen geht es eher um Strategie: Welche geschäftliche Fragestellung steht hinter dem Briefing? Ist die gewählte Methodik optimal? Was müssen wir hinterfragen, bevor wir starten?
Im Laufe des Vormittags widme ich mich der konkreten Forschungsarbeit. Hier geht es darum, die betriebswirtschaftliche Fragestellung der Kundenseite in ein messbares Studiendesign zu übersetzen.
Typische Fragen aus der Praxis sind etwa: „Welches Produktkonzept hat das größte Potenzial?“, „Was beeinflusst unsere Markenkonsideration?“ oder „Wie hoch ist die Zahlungsbereitschaft für dieses Feature?“. Aus diesen Anforderungen entwickeln wir das passende Forschungsdesign. Das umfasst das Aufsetzen des Fragebogens, die Prüfung der Antwortoptionen, die Definition der Zielgruppe und die Auswahl der geeigneten Methodik, um klare, handlungsleitende Insights zu liefern.
Dabei kommt es auf Details an: Eine ungenaue Formulierung kann das Verständnis der Befragten verändern, eine fehlerhafte Logik die Filterung beeinflussen und eine unpassend gewählte Skala die spätere Interpretation erschweren. Ziel ist immer, dem Kunden am Ende eindeutige Antworten auf Basis valider Daten zu liefern.
Die Mittagspause im Büro ist eine gute Gelegenheit, Abstand vom Bildschirm zu gewinnen und sich mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Bereichen auszutauschen. So entsteht ein besseres Verständnis für das gesamte Unternehmen.
Manchmal erfahre ich beim Essen aus dem Vertrieb, welche Themen Kunden aktuell bewegen. An anderen Tagen spreche ich mit dem Produktteam über neue Features unserer Plattform oder tausche mich mit Customer Success aus. Dieser abteilungsübergreifende Austausch hilft, die eigene Rolle im Gesamtkontext zu sehen.
Der Nachmittag ist stark kundenorientiert. Auf dem Programm stehen Strategiegespräche, Abstimmungen zum Forschungsdesign, Projekt-Updates, Datenanalysen oder Workshops zu fortgeschrittenen Methoden.
Manche Termine sind operativ angelegt und behandeln konkrete Projektschritte: Status der Feldarbeit, Feedbackschleifen oder Sonderanfragen. Andere Termine haben beratenden Charakter. Oft wissen Ansprechpersonen genau, was sie erfragen möchten. Manchmal steht jedoch eine Business-Entscheidung an, bei der erst erarbeitet werden muss, wie Marktforschung zur Lösungsfindung beitragen kann.
Hier geht es vor allem darum, die richtigen Fragen zu stellen: Welche Entscheidung soll auf Basis der Ergebnisse getroffen werden? Welche Handlungen leiten sich daraus ab? Welche Zielgruppe ist wirklich relevant? Und welche Methodik liefert die verlässlichste Antwort? Ziel ist nicht nur die Datenlieferung, sondern die Bereitstellung echter Entscheidungsgrundlagen.
Sobald die Feldforschung abgeschlossen ist, nutze ich den Nachmittag für die Datenerhebung und die Aufbereitung der Kernbotschaften.
Rohdaten bestehen zunächst aus Tabellen, Prozentwerten und Diagrammen. Die Aufgabe besteht darin, die wesentlichen Muster herauszuarbeiten: Was sind die zentralen Erkenntnisse? Welche Ergebnisse überraschen? Was stützt bestehende Annahmen und was widerlegt sie? Gibt es Abweichungen zwischen Zielgruppen, Märkten oder Alterssegmenten?
An diesem Punkt wird aus Analyse Storytelling – im Sinne von visueller und inhaltlicher Klarheit. Gute Insights helfen Unternehmen, komplexe Sachverhalte schnell zu erfassen und fundierte Entscheidungen zu treffen.
Zum Feierabend schließe ich offene Aufgaben ab: Status-Updates an Kundinnen und Kunden senden, Gesprächsergebnisse zusammenfassen, interne Abstimmungen finalisieren und Vorbereitungen für den nächsten Tag treffen.
Da Projekte bei uns schnell an Fahrt aufnehmen, sorgt ein sauberes Tagesende für klare Übergänge und reibungslose Abläufe am Folgetag.
Der Alltag als Research Consultant vereint Teamarbeit, Kundenberatung, methodisches Forschungsdesign, Problemlösung und Datenanalyse. Das bringt Abwechslung und die Möglichkeit, Unternehmen bei strategischen Entscheidungen direkt zu unterstützen.
Das ist Houssein aus seiner Anfangszeit bei Appinio besonders in Erinnerung geblieben:
Maggie arbeitet in unserem US-Team von Los Angeles aus und betreut Kunden im US-Markt. Vor ihrer Zeit bei Appinio absolvierte sie in Madrid ihren Master in Marktforschung und Verbraucherverhalten und arbeitete anschließend als Analystin. Als Appinioneerin begleitet sie Projekte für große Marken bei Produkteinführungen, Markenpositionierungen und Kommunikationsstrategien. So sieht ihr Arbeitstag aus:
Mein Tag startet mit einem Blick in Slack für Team-Updates und Ankündigungen. Danach gehe ich E-Mails durch, beantworte dringende Kundenanfragen und prüfe den Status aktueller Projekte. Heute warte ich auf die Freigabe eines Fragebogens von einem Kunden aus der Getränkebranche, bevor wir auf der Appinio-Plattform mit der Programmierung beginnen.
Ich leite den wöchentlichen Sync mit einem langjährigen Kunden aus der Tierpflegebranche. Bei umfangreicheren Setups helfen diese festen Termine, offene Fragen direkt zu klären und Aufgaben über mehrere Teilprojekte hinweg zu strukturieren. Heute haben wir die Liste der Category Entry Points (CEPs) für eine anstehende Priorisierungsstudie zur Mental Availability abgestimmt. Die Abstimmung steht – wir können direkt in die Feldphase starten.
Zeit für einen kurzen virtuellen Kaffee mit Kollegen, um sich informell auszutauschen. Bei einer komplett remote arbeitenden Organisation helfen solche kurzen Gelegenheiten, den persönlichen Kontakt im Team aufrechtzuerhalten.
Ich logge mich in die Appinio-Plattform ein, um die Soft-Launch-Daten einer Studie für eine Hautpflegemarke zu prüfen. Das Unternehmen testet verschiedene Produktversprechen für eine neue mineralische Sonnencreme mit n=1.000 Befragten. Die Datenqualität stimmt und die Filterlogiken greifen einwandfrei, sodass ich die Umfrage direkt für den vollständigen Feldstart freigebe.
Danach geht es weiter mit dem Getränkeprojekt. Auf Basis des Kundenfeedbacks überarbeite ich den Umfrageentwurf für einen anstehenden Konzepttest. Ziel ist es, drei Rezepturen für eine funktionale Limonade hinsichtlich Kaufabsicht und Akzeptanz zu vergleichen, bevor die Produktion startet.
Zeit für die Mittagspause. Ich nutze die Pause für ein Essen abseits des Bildschirms und einen kurzen Spaziergang, um frische Energie für den Nachmittag zu tanken.
Am Nachmittag bereite ich die finale Berichterstattung für eine Studie zur Mental Availability eines Fast-Food-Kunden vor. Ich nutze Claude AI, um Strukturideen für Folienlayouts und visuelle Aufbereitungen zu entwickeln. Dadurch bleibt mehr Zeit für die Erarbeitung der zentralen Handlungsempfehlungen. Ein Kernergebnis lautet etwa: „Anpassbare Menüoptionen sollten in den kommenden Kampagnen stärker betont werden, da wir in diesem Bereich aktuell noch kein klares Differenzierungsmerkmal am Markt besetzen.“
Weiter geht es mit dem Projekt aus der Tierpflegebranche. Die Feldarbeit mit n=2.000 Hundebesitzenden ist abgeschlossen. Ich nutze das Dashboard der Plattform, um die Ergebnisse für den Management-Summary zusammenzustellen. Ein zentrales Ergebnis: 72 % der Millennial-Hundebesitzenden prüfen Inhaltsstoffe von Tiernahrung ebenso genau wie ihre eigenen Lebensmittel. Zudem hat das Kriterium „Ohne künstliche Konservierungsstoffe“ den Preis als wichtigsten Kauffaktor abgelöst.
Ich übergebe die fertige Präsentation zur Mental-Availability-Studie an den Sales-Ansprechpartner zur finalen Durchsicht. Die Ergebnisse stehen und wir sind bereit für die Präsentation beim Kunden im Laufe der Woche. Danach schließe ich meine Tabs und gehe in den Feierabend.
Das sagt Maggie über ihre Arbeit bei Appinio:
Wer Theorie, Empirie und empirische Methodik direkt mit der Praxis in Unternehmen verbinden möchte, findet in der Marktforschung das optimale Feld. Unsere Research Consultants bringen methodische Fundierung in Teams ein, die sich sonst oft auf ihr Bauchgefühl und oberflächliche Trendanalysen verlassen müssen. Systematische Analysen liefern dabei die notwendige Substanz für nachhaltige Entscheidungen.
Wenn du dir einen Arbeitsalltag wie den von Maggie und Houssein vorstellen kannst, wirf einen Blick auf unsere offenen Stellen und werde Teil des Teams!