Supermarktstudie: Das wollen Verbraucher

Appinio Research · 13.11.2017 · 9min Lesezeit

Menschen, die an der Kasse im Supermarkt in der Schlange stehen

Aldi, Kaufland, Lidl, Rewe, Edeka, Penny usw. Superm√§rkte gibt es in Deutschland an jeder Ecke. √úber 35.000 Lebensmittelgesch√§fte verteilen sich bis in alle Ecken der Bundesrepublik. Doch wie finden die Deutschen die verschiedenen Supermarkt-Marken eigentlich? Was w√ľnschen sich Jugendliche und wovon sind Erwachsene genervt? Die Marktforschungsplattform Appinio hat viertausend gr√∂√ütenteils junge Menschen Ende Oktober 2017 zum Thema Superm√§rkte befragt. Knapp die H√§lfte der Befragten war unter 18 Jahre alt (46 Prozent) und etwas mehr als ein Drittel (36 Prozent) zwischen 18 und 24 Jahre alt. Etwa 500 Befragte waren zwischen 25 und 34 Jahre alt, 250 Umfrageteilnehmer 35 Jahre und √§lter.

 

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Wie häufig kaufen die Deutschen ein?

Eingekauft wird bei mehr als der H√§lfte (53 %) der j√ľngeren Teilnehmer unter 35 Jahren zwei- bis dreimal die Woche. Ein Drittel kauft einmal die Woche ein, 13 Prozent t√§glich und etwa vier Prozent geben an, alle zwei Wochen oder noch seltener einkaufen zu gehen. Ein wenig √∂fter kaufen Verbraucher √ľber 35 Jahre ein. Zwei Drittel (61 %) geben an, zwei- bis dreimal die Woche einzukaufen und nur 22 Prozent gehen einmal die Woche in den Supermarkt. Wer im Haushalt f√ľr den Einkauf zust√§ndig ist, √§ndert sich je nach Alter der Befragten. W√§hrend bei etwa der H√§lfte der Minderj√§hrigen (47%) nicht sie selbst f√ľrs Einkaufen von Lebensmitteln zust√§ndig sind, sind es bei den √ľber 35-J√§hrigen nur sieben Prozent, die den Wocheneinkauf abgeben. √úber alle Alterskategorien hinweg gibt etwa die H√§lfte an, dass sie gemeinsam mit jemand anderem f√ľr den Einkauf zust√§ndig sind.


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Weitere Ergebnisse zum Einkausverhalten in Superm√§rkten und zur Lebensmittelindustrie hat Appinio in einem 20-seitigen Report zusammengefasst. 


Rewe, Aldi, Lidl und Edeka sind die beliebtesten Supermarkt-Marken

Doch wer teilt sich die Marktanteile? Zu Beginn wollte Appinio wissen, in welchen Supermärkten am häufigsten eingekauft wird. Die vorderen Plätze erstreiten sich hier Filialen von vier Ketten: Mehr als die Hälfte (52 %) der Befragten gibt an, regelmäßig bei Rewe einzukaufen. Ebenfalls circa die Hälfte der Befragten kauft bei Aldi ein und 47 Prozent gehen zu Lidl. Knapp dahinter folgt Edeka auf Platz vier, 46 Prozent kaufen regelmäßig Lebensmittel, die Edeka liebt. Welche Markenpräferenzen es sonst noch gibt, zeigt das folgende Schaubild:

Appinio Studie zu Supermärkten. Beliebtheit von Marken

Rewe, Edeka, Aldi und Lidl stehen auch an der Spitze bei der N√§he zum Zuhause: Bei jeweils 18 Prozent der Befragten ist der n√§chste Supermarkt ein Edeka oder ein Rewe, bei jeweils 13 Prozent ist es Aldi oder Lidl. Es gibt also klare Spitzenreiter was die Beliebtheit und N√§he angeht.


Netto, Penny und Aldi eher unbeliebtere Supermärkte

Zudem wollten wir von den Befragten auch wissen, in welchen Supermarkt sie nur in gr√∂√üter Not gehen. Hier sind Doscounter ganz klare Verlierer. Vorn steht der Markt Netto, 27 Prozent geben an, dort nur hinzugehen, wenn es wirklich keine Alternative gibt. Den Slogan "Netto - einfach besser" des Discounters w√ľrden viele der Umfrageteilnehmer also wahrscheinlich nicht unterschreiben. An zweiter Stelle steht Penny. F√ľr 25 Prozent gilt "Erstmal zu Penny" nicht, denn sie nennen Penny als einen Laden, in dem sie nur einkaufen, wenn es unbedingt n√∂tig ist. Darauf folgen Aldi (19 %), Edeka und Lidl (je 18 %) sowie Rewe und Kaufland (je 16%). AlNatura, Denn's Biomarkt und Kaiser's Tengelmann werden nur von acht Prozent genannt. Die Supermarkt-Pr√§ferenzen unterscheiden sich je nach Altersgruppe und Geschlecht der Befragten kaum. 


Kriterien f√ľr die Supermarkt-Wahl: Preise und Qualit√§t m√ľssen stimmen

Vorlieben f√ľr bestimmte Supermarktketten scheinen die Befragten zu haben. Doch worauf achten sie, wenn sie sich den Supermarkt aussuchen, in dem sie sich mit Lebensmitteln eindecken? An erster Stelle der Kriterien steht der Preis: 68 Prozent der Befragten geben an, dass ihnen der Preis wichtig ist. Zudem wird auf Qualit√§t geachtet (62 %) und sauber und ordentlich sollte es in einem Supermarkt auch sein (58 %). Was an einem Supermarkt wichtig ist, da sind sich die Befragten aller Altersgruppen gr√∂√ütenteils einig. Auff√§llige Unterschiede gibt es nur bei der Parkplatzsituation: Wenig √ľberraschend, dass nur 18 Prozent der Minderj√§hrigen diese f√ľr wichtig erachten und es bei den √ľber 35-J√§hrigen 37 Prozent sind. Au√üerdem f√§llt ein  Unterschied auf: 60 Prozent der Frauen geben an, es sei ihnen in einem Supermarkt wichtig, dass dort frische Lebensmittel verf√ľgbar sind. Bei den M√§nnern ist das nur 43 Prozent wichtig. 

Appinio Studie zu Superm√§rkten. Kriterien f√ľr Supermarkt-Wahl

Preise sind einem Gro√üteil der Befragten wichtig - doch achten sie auch auf Sonderangebote? Vor allem bei Verbrauchern die √§lter als 35 sind, trifft das zu. Dreiundvierzig Prozent von ihnen gibt an, regelm√§√üig oder immer auf Angebote zu achten, bei den 25-bis 34-J√§hrigen sind es 36 Prozent, bei den 18- bis 24-J√§hrigen 24 Prozent und bei den Minderj√§hrigen nur 17 Prozent. Von den Befragten U18 gibt entsprechend mehr als ein Drittel (34 %) an, selten oder nie nach Angeboten Ausschau zu halten, bei Verbrauchern √ľber 35 sind das nur zw√∂lf Prozent. √úbrigens achten Kunden von Discountern besonders auf Angebote: Verbraucher, die regelm√§√üig bei Norma, Lidl, Netto und Kaufland einkaufen, geben h√§ufiger an, regelm√§√üig oder immer nach Angeboten zu schauen als Kunden anderer M√§rkte. 


Selbstbedienungskassen in Superm√§rkten w√ľnschen sich viele Verbraucher

Danach haben wir die Befragten zum Brainstorming aufgefordert. Sie sollten verraten, was einen Supermarktbesuch f√ľr sie attraktiver machen k√∂nnte. Der Kreativit√§t der Teilnehmer waren keine Grenzen gesetzt. Am h√§ufigsten wurden Selbstbedienungskassen genannt - mehr als 300 Befragte f√§nden einen Supermarkt besser, wenn man dort per Self-Check-out bezahlen k√∂nnte. In Gro√übritannien ist das schon lange Gang und G√§be und hierzulande macht es der Einrichtungskonzern IKEA vor. Deutsche Superm√§rkte hinken hier hinterher - obwohl es ein Wunsch vieler Kunden zu sein scheint, an SB-Kassen zu zahlen.


Fast gleich oft wie Selbstbedienungskassen sind Caf√©s gew√ľnscht: Dreihundert Befragte geben an, sich √ľber ein kleines Caf√© im Supermarkt zu freuen - f√ľr ein wenig Entspannung nach dem Anstehen an der Kasse oder zum Energietanken vor dem Wocheneinkauf w√ľrde sich das sicher eignen. Au√üerdem √§u√üerten einige Befragte den Wunsch nach einem Orientierungsplan oder gar einem Navigationssystem im Supermarkt, damit sie gew√ľnschte Produkte schneller und einfacher finden k√∂nnen. Musikalische Untermalung wird zudem auch von einigen Umfrageteilnehmern gew√ľnscht. Appinio Studie  Konsumentenmeinung Supermarkt

Warten an der Kasse stört am meisten

Mit einer weiteren offenen Frage wollten wir wissen, was Verbraucher eigentlich am meisten an einem Supermarkt st√∂rt. Ganz deutlich sagen hier die meisten: Die Wartezeiten an den Kassen. Mehr als 700 Teilnehmer, also 18 Prozent aller Befragten geben von sich aus an, dass es sie besonders nervt, wenn sie am Ende eines Einkaufs lange an der Kasse stehen m√ľssen, weil zu wenige Kassen ge√∂ffnet sind, oder die Kassierer zu langsam sind. Auf gutem Fu√ü stehen viele der Befragten mit dem Personal nicht gerade - mehr als 300 von ihnen merken an, dass sie unfreundliches oder wenig kompetentes Personal in Superm√§rkten besonders st√∂rt. Au√üerdem h√§ufig genannt werden Un√ľbersichtlichkeit und Chaos, leere Regale und mangelhafte Frische von Obst und Gem√ľse.


Interesse an Lieferservice von Supermärkten ist groß

Warten an der Kasse nervt also besonders - eine L√∂sung f√ľr dieses Problem w√§re es, sich Lebensmittel einfach nach Hause liefern zu lassen. Ob hierf√ľr √ľberhaupt Interesse besteht, hat Appinio die Umfrageteilnehmer nat√ľrlich auch gefragt. Mehr als die H√§lfte (56%) kann es sich durchaus vorstellen, sich Waren direkt aus dem Supermarkt in die Wohnung liefern zu lassen. Jedoch haben nur vier Prozent der unter 25-J√§hrigen das schonmal probiert und etwa 10 Prozent der √ľber 25 Jahre alten Befragten. √úber alle Teilnehmer hinweg nutzen lediglich zwei Prozent dieses Angebot regelm√§√üig oder gelegentlich. Je j√ľnger die Befragten, desto weniger k√∂nnen sie sich vorstellen, sich Lebensmittel liefern zu lassen. W√§hrend 27 Prozent der √ľber 35-J√§hrigen angibt, sie k√∂nnen sich Lebensmittelbestellungen nicht vorstellen, sind es bei den Teilnehmer unter 25 Jahre ganze vierzig Prozent. Vor allem Frauen sind skeptisch gegen√ľber Bestellungen: 42 Prozent von ihnen sagen, sie k√∂nnen sich das nicht vorstellen, bei den M√§nnern sind es nur 31 Prozent.


Einkaufszettel oder Intuition? Die Mischung macht's!

Vielleicht ist es auch das Einkaufserlebnis an sich, das Verbraucher davon abh√§lt, sich Lebensmittel online zu bestellen und dann liefern zu lassen. Schlie√ülich l√§sst sich so mancher erst beim langsamen Schlendern durch die G√§nge dazu inspirieren, was denn so im Einkaufswagen landen k√∂nnte. Ganz auf ihre Intuition verlassen sich aber nur 15 Prozent der von Appinio befragten Verbraucher. Die meisten von ihnen (41 %) geben an, dass sie sich eher auf ihren Einkaufszettel verlassen und ein wenig ihre Intuition bestimmten lassen, was gekauft wird. Ein wenig mehr nach Gef√ľhl und nur ein bisschen nach Einkaufsliste kaufen 28 Prozent ein und strikt nach Einkaufszettel meistern 16 Prozent ihre Shoppingtouren durch Superm√§rkte. Je √§lter die Verbraucher, desto mehr verlassen sie sich jedoch auf ihre Einkaufslisten - bei den √ľber 35-J√§hrigen verlassen sich 71 Prozent komplett oder haupts√§chlich auf ihren Zettel, bei den j√ľngeren Befragten sind es nur 56 Prozent. Und auch hier ist ein Geschlechterunterschied zu finden: W√§hrend sich nur elf Prozent der Frauen komplett auf ihre Intuition verlassen, geben 21 Prozent der M√§nner das an. 

 

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