Trinkgeld 2026: Warum das „Stimmt so“ leiser wird – und was die Gastro jetzt tun muss

Studienexperten · 30.01.2026 · 14min Lesezeit

Trinkgeldstudie mit der Fresenius Hochschule | Appinio
9:40
Trinkgeldstudie

Hand aufs Herz: Wann hast Du das letzte Mal mit echter Überzeugung Trinkgeld gegeben? In Deutschland bröckelt eine alte Tradition. Gemeinsam mit der Hochschule Fresenius haben wir das Trinkgeld-Verhalten der Deutschen (n=750) unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse zeigen: Wir stecken mitten in einer „Trinkgeld-Erosion“.

Die Experten-Sicht: Das Ende der ungeschriebenen Gesetze

Während Trinkgeld im Restaurant mit 82 % Akzeptanz noch der Goldstandard ist, sieht es woanders düster aus: Im Taxi greift nur noch jeder Zweite zum Portemonnaie, und beim Handwerker sind es nur noch 35 %.

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Prof. Dr. Sascha Hoffmann von der Hochschule Fresenius, einer der beiden Köpfe hinter der Studie, erklärt den Wandel:

„Unsere aktuellen Erhebungen zeigen, dass klassische Trinkgeld-Normen erodieren. Was früher selbstverständlich schien, ist es heute oft nicht mehr. Die soziale Erwartungshaltung verschiebt sich spürbar.“

 

Warum uns das als (System-)Gastronomen brennend interessieren sollte

Wir bei Appinio wissen: Marktforschung muss wirksam sein, nicht nur korrekt. Wenn das Trinkgeld sinkt, sinkt oft auch die Mitarbeiterzufriedenheit und die Servicequalität. Die Studie zeigt zwei psychologische Hebel, die Du für Marken wie McDonalds oder Hans im Glück kennen musst:

1. Die „Trinkgeldtaste“: Segen oder Nötigung? Das Terminal fragt aktiv: „Willst Du etwas geben?“. In Restaurants mit Tischservice wird das oft als praktische Stütze erlebt. Aber Vorsicht: In schnellen To-Go-Situationen (wie am Counter) wirkt die digitale Abfrage oft wie psychologischer Druck oder sogar Nötigung.

Tipp: Nutze Trinkgeld-Vorschläge am Terminal klug. Die faireEinteilungwäre beispielsweise„5%, 10%, 15%“. Der „Hang zur Mitte“ sorgt dafür, dass Kunden oft die goldene Mitte wählen.

 

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2. Das Gesetz der Reziprozität (Wie Du mir, so ich Dir) Saschas Forschung zeigt: Ein kleiner „Absacker“ oder ein Gratis-Goodie mit der Rechnung erhöht das Trinkgeld signifikant. Warum? Weil Menschen das psychologische Bedürfnis haben, eine Gefälligkeit zu erwidern.

Tipp: Ein kleiner Keks zum Kaffee oder ein Ouzo aufs Haus (mit der Rechnung gebracht!) wirken Wunder für den Geldbeutel Deiner Servicekräfte.

 

Was Du heute konkret tun kannst

Wir wollen Klarheit schaffen, bevor Du Budget verbrennst. Wenn Du merkst, dass die Stimmung (oder das Trinkgeld) in Deinen Stores kippt, frag Deine Kunden direkt.

  • Verstehe die Barrieren: Liegt es am mangelnden Service oder am „Druck“ durch das neue Kartengerät?
  • Teste neue Ansätze: Wie reagieren Deine Kunden auf voreingestellte 10 % vs. freie Eingabe?

 

Fazit: Marktforschung ist kein Bauchgefühl

Die Studie der Hochschule Fresenius beweist: Wer die Psychologie hinter dem Bezahlen versteht, kann sein Business aktiv steuern. Wir helfen Dir dabei, diese „Actionable Insights“ in Echtzeit zu generieren.

 

       
 

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