Studie zeigt Lücke beim Thema Finanzbildung – vor allem bei Frauen

Pressemitteilung · 30.01.2024 · 5min Lesezeit

Appinio-Studie zeigt: So unterschiedlich investieren Frauen und Männer

Hamburg, 30.01.2024 FinTechs und Finanz-Bildungsinitiativen sollen den Einstieg in Investments vereinfachen – gerade auch für Frauen, die oftmals über ein geringeres Einkommen verfügen. Doch funktioniert das? Wo wird Geld wirklich aufbewahrt? Wer investiert wo und warum? Appinio hat hierzu 2.000 Deutsche national repräsentativ (quotiert nach Alter und Geschlecht) befragt. Deutlich wird: Männer investieren mit mehr Risiko. Frauen sind eher zögerlich. Die Hindernisse: ein verständlicher Zugang, mangelndes Selbstbewusstsein und fehlende Ziele.

 

  • Jede fünfte Frau gibt an, keine mittel- oder langfristigen Investitionsziele zu besitzen. Jede Vierte hat keine kurzfristigen Ziele.
  • Mehr als jeder dritte Mann investiert in Wertpapiere – bei den Frauen ist es jede Fünfte.
  • Über die Hälfte der Frauen bewertet ihren Kenntnisstand über Geldanlagen für (eher) nicht ausreichend.

 

Die Deutschen und ihr Girokonto

 

Von Sparkonto über Krypto-Währung bis Lebensversicherung: Wo legen die Deutschen ihr Geld am liebsten an? Der Großteil der Teilnehmenden bewahrt das Geld klassisch auf dem Girokonto (73 Prozent), als Bargeld (47 Prozent) oder auf dem Sparkonto (43 Prozent) auf – also mit wenig oder gar keinen Zinsen. Auch das Festgeldkonto (28 Prozent) oder ein Wertpapier-/Brokerage Konto (27 Prozent) sind beliebte Anlageformen. Weitere 17 Prozent besitzen eine Lebensversicherung und 13 Prozent legen in digitaler Währung bzw. Krypto an.

 

Verständliche Finanzbildung für finanzielles Empowerment

 

Geschlechterunterschiede gibt es vor allem bei risikoreicheren Anlagemöglichkeiten. Männer legen deutlich häufiger in einer digitalen Währung bzw. Krypto an (18 vs. 8 Prozent der Frauen) oder in Wertpapieren, wie Aktien, ETFs oder Anleihen (35 vs. 19 Prozent der Frauen). Auch das Festgeldkonto (32 vs. 24 Prozent der Frauen) oder die Lebensversicherung (19 vs. 14 Prozent) wird häufiger von Männern als Anlageform gewählt.

Auch in Zukunft will der Großteil der befragten 1.000 Frauen (eher) nicht in Wertpapiere investieren (60 Prozent). Zwei von drei von ihnen geben als Grund hierfür an, sich zu wenig mit der Materie auszukennen (66 Prozent). Und mehr als die Hälfte aller befragten Frauen stimmt der Aussage (eher bis voll und ganz) zu, dass ihr Kenntnisstand über Geldanlagen für eine gute Anlagestrategie nicht ausreichend sei (53 vs. 34 Prozent der Männer). 37 Prozent der Frauen vermissen zudem eine verständliche Erklärung zu Anlageprodukten bei der Betreuung durch Banken oder Finanzinstitutionen. Mehr als jeder Fünften fehlt es hier zudem an finanziellen (Weiter-) Bildungsangeboten (22 Prozent).

 

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Investitionsziele im Blick

Die Studie zeigt zudem, dass Frauen und Männer unterschiedliche Ziele in Bezug auf Investitionen verfolgen. Während bei Frauen eine finanzielle Reserve für ungeplante Kosten an erster Stelle der kurzfristigen Ziele steht (45 Prozent), priorisieren Männer den Vermögensaufbau (51 Prozent). Jede vierte Frau gibt zudem an, gar keine kurzfristigen Investitionsziele zu besitzen (25 vs. 16 Prozent). Jede Fünfte setzt sich außerdem keine mittel- bzw. langfristigen Investitionsziele (20 vs. 14 Prozent der Männer).

Finanzprodukte für Frauen

Fehlende Bildung, mangelndes Selbstbewusstsein und keine klaren Ziele – die Gründe für Unsicherheiten beim Thema Geldanlage und Investition sind vielfältig. Spezielle Produkte und Dienstleistungen für Frauen können hier unterstützen. 63 Prozent der befragten Frauen betonen die Wichtigkeit, dass Banken und Finanzinstitutionen solche anbieten. Gewünscht werden hier vor allem gleiche Kreditvergabechancen (46 Prozent), eine Finanzberatung speziell für Frauen (41 Prozent) und weibliche Beraterinnen (25 Prozent). Mehr als jede Fünfte wünscht sich Netzwerke oder Veranstaltungen zum Austausch mit anderen Frauen (21 Prozent).

 

Die Studie zeichnet dennoch eine ermutigende Veränderung ab: Frauen könnten bald vermehrt in risikoreichere Anlagen investieren. Während der Großteil der Frauen auf eher sichere Anlageformen wie das Festgeldkonto setzen möchte (55 Prozent), zeigen 30 Prozent Interesse an digitalen Währungen und 40 Prozent erwägen die Investition in Wertpapiere.

Die wichtigsten Links

  • Die Pressemitteilung im PDF Format: Zum Download 
  • Zu den Studienergebnissen im Appinio Dashboard geht es hier.

 

 

Über Appinio

Appinio ist eine globale Marktforschungsplattform, die für innovative und unkomplizierte Marktforschung steht. Die Plattform ermöglicht es, schnell und effizient spezifische Zielgruppen zu befragen und repräsentative Ergebnisse in Echtzeit zu erhalten. Dabei liefert Appinio täglich Millionen Meinungen aus 90+ Märkten für über 2.000 Auftraggebende, darunter Unternehmen aus den Bereichen Konsumgüter, Mobilität, Technologie sowie alle führenden Agenturen und Unternehmensberatungen. Das Unternehmen wurde 2014 von Jonathan Kurfess (Chairman), Max Honig (CEO) und Kai Granaß (CTO) gegründet und hat seinen Hauptsitz in Hamburg. Mehr Informationen unter: www.appinio.com

 

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