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Umfrage: Klare Mehrheit für deutschen Boykott der Katar-WM 2022 Veröffentlichung: 22. April 2021

Fußballstadion mit Besuchern

Elf Jahre ist es mittlerweile her, als die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 nach Katar vergeben wurde. Schon damals hagelte es Kritik am Austragungsort, da nicht nur eine Menge Stadien komplett neu gebaut und mit Klimaanlagen ausgestattet werden müssen. Auch der Startpunkt des Turniers musste aufgrund der heißen Sommertemperaturen auf den 21. November verlegt werden. Seit Jahren häufen sich Medienberichte über mögliche Menschenrechtsverletzungen und Todesfälle beim Bau der Stadien – ein Grund zum Boykott? Das Marktforschungsinstitut Appinio hat kürzlich 1.000 Menschen repräsentativ (nach Alter und Geschlecht) zur anstehenden Fußball-WM in Katar befragt und festgestellt: Auch wenn zwei Drittel der Befragten das Turnier in Katar verfolgen wollen, sprechen sich in der Umfrage fast genauso viele Menschen für einen WM-Boykott der deutschen Fußballnationalmannschaft aus.

 

Zwei von Drei wollen zur Katar-WM 2022 einschalten

 

In 19 Monaten, am 21. November 2022, startet die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar. Die deutsche Mannschaft steckt noch mitten in der Qualifikationsphase und trifft im nächsten Spiel am 2. September auf Liechtenstein. Die Vorfreude lässt sich auch in der Umfrage von Appinio herauslesen: Zwei Drittel (66 Prozent) wollen die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar im TV verfolgen. Bei den 60- bis 65-Jährigen sind es sogar sieben von zehn Menschen (72 Prozent). Während insgesamt jeder Fünfte (20 Prozent) noch unentschlossen ist, sind sich 14 Prozent schon jetzt sicher, dass sie das Turnier nicht im Fernsehen verfolgen werden.

 

 

 

Protestaktion der Nationalmannschaft erreichte nicht Jeden

 

In den vergangenen Jahren häuften sich Medienberichte über Menschenrechtsverletzungen im Zuge der anstehenden Fußball-WM in Katar. Die britische Tageszeitung Guardian berichtete im September, dass zwischen 2011 und 2020 fast 6.000 Gastarbeiter in Katar aufgrund von schlechten Arbeitsbedingungen gestorben sein sollen. Eine schwerwiegende Anklage gegen den Gastgeber Katar – auch ein Anlass zum Boykott des Turniers? Zumindest haben sich die norwegische und deutsche Nationalmannschaft Ende März zu einer kleinen Protestaktion entschlossen und auf Shirts und in den sozialen Medien für die Einhaltung von Menschenrechten geworben. Die gemeinsame Aktion ist aber nicht ganz in der deutschen Bevölkerung angekommen: Lediglich 57 Prozent der Befragten wussten davon – darunter weitaus mehr Männer als Frauen (64 vs. 47 Prozent).


Großteil wünscht sich deutsche Absage beim Turnier

Doch reicht diese Form der Kritik im Vorfeld der WM aus, um angemessen auf die schwerwiegenden Vorwürfe zu reagieren? Zwei Drittel der Befragten (64 Prozent) geht die Shirt-Protestaktion der deutschen Nationalmannschaft nicht weit genug: Sie befürworten (eher) eine Absage der Mannschaft an der gesamten WM 2022.

 

Würde der unwahrscheinliche Fall eines deutschen Boykotts eintreten, wäre die WM 2022 dann noch für den heimischen Zuschauer reizvoll? Ein Drittel der Befragten (35 Prozent) der Appinio-Studie würde ohne deutsche Beteiligung gar keine Spiele des Katar-Turniers im Live-TV verfolgen wollen. Bei den 50- bis 59-Jährigen würden sogar 42 Prozent die Live-Übertragung boykottieren. Andererseits schaltet die Hälfte der Befragten (51 Prozent) den Fernseher zwar ein, aber verfolgt weniger Spiele als sonst – bei den 16- bis 19-Jährigen sind sogar sechs von zehn Befragten WM-Gelegenheitsgucker. Lediglich eine Minderheit von 14 Prozent zeigt sich vom hypothetischen Boykott der deutschen Nationalmannschaft unbeeindruckt und würde genauso viele Fußballspiele gucken wie sonst auch.

 

 

 

 

Sponsoren-Boykott als Imageförderung für Unternehmen

Große Sportereignisse werden immer von zahlreichen Sponsoren und Werbepartnern begleitet. So auch bei der Fußball-WM in Katar. Ein Boykott der Geldgeber wäre ein ähnlich starkes Zeichen wie das Fernbleiben ganzer Mannschaften. Ein Rasenhersteller aus den Niederlanden hat bereits angekündigt, keinen Rasen für die Stadien in Katar liefern zu wollen. Sollten weitere Unternehmen nachziehen? Drei von vier Befragte (76 Prozent) befürworten (eher) den Boykott weiterer Sponsoren, ein Viertel ist dagegen (24 Prozent).

 

Doch wie würde es aussehen, wenn ein Hauptsponsor wie Adidas oder McDonalds, die bei solchen großen Turnieren oftmals Millionenbeträge investieren, abspringen würde. Welche Auswirkungen hätte der Boykott auf das Image der Unternehmen? Überwiegend positive, denn eine große Mehrheit (63 Prozent) hätten infolge eines Boykotts einen (eher) positiveren Blick auf das jeweilige Unternehmen. Nur einer von zehn Befragten (9 Prozent) stuft ein Unternehmen nach solch einem Boykott negativer ein als vorher. Bei jedem Dritten (28 Prozent) hätte solch ein Boykott keinerlei Auswirkungen auf die Sicht zum (Ex-)Sponsor.

 

Fazit: Mehrheit wünscht sich WM-Boykott - würde aber trotzdem den TV einschalten

Auch wenn die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 nach Katar schon seit über einem Jahrzehnt feststeht, regt sich erst seit ein paar Monaten ernsthafter Widerstand beim Teilnehmerfeld. Auch wenn die Qualifikation noch läuft, kritisieren die norwegische und deutsche Mannschaft die vorgeworfenen Menschenrechtsverletzungen während des Baus der WM-Stadien. Auch wenn sich eine klare Mehrheit von 64 Prozent für den Boykott des deutschen Teams ausspricht, würden zwei Drittel der Befragten das Turnier ungeachtet dessen im Live-TV verfolgen wollen.

 

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