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Aussehen ist beim Onlinedating am wichtigsten

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It's a Match, Du und Paul steht aufeinander. Noch warten aber etwa 300 Millionen weitere Nutzer darauf, Dich kennenzulernen. Singles finden in Hamburg. Singles finden in München. Die Suche hat ein Ende. LIEBE. Und das alle elf Minuten. Mit all diesen Versprechungen versuchen Dating-Apps und Online-Dating-Plattformen, User anzulocken, die auf der Suche sind nach Dates, Abenteuer oder einer festen Beziehung. Die Apps sind scheinbar für alle die perfekte Lösung. Appinio hat 5.000 größtenteils junge Menschen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zum Thema Onlinedating befragt und dabei herausgefunden, wer eigentlich auf den Plattformen surft und vor allem warum.


38 Prozent der Umfrageteilnehmer der Appinio-Studie sind zwischen 15 und 17 Jahre alt (1.869), 42 Prozent zwischen 18 und 24 Jahre (2.069). Dreizehn Prozent sind 24 bis 34 Jahre alt und 336 Teilnehmer älter als 35 Jahre. Etwas mehr als die Hälfte der Befragten ist männlich (57 %). Die Umfrage fand Mitte November 2017 statt.

 

Lovoo, Tinder und Parship kennt fast jeder

Tippt man im App-Store „Dating-App“ ein, überschlagen sich die Suchergebnisse. Der Markt ist schier unbegrenzt. Appinio wollte zuerst wissen, welche Dating-Apps hierzulande eigentlich am bekanntesten sind. In allen Altersgruppen stehen Lovoo (73 %), Tinder (70 %) und Parship (70 %) ganz vorn. Darauf folgen die Kuppelplattformen ElitePartner (66 %),  eDarling (51 %), LoveScout24 (49 %) und Badoo (32 %). Weniger bekannt sind Jaumo (5 %), meetOne (4 %) und Twoo (2 %).  

Appinio Studie Zum Online-Dating. Bekanntkeit von Dating-App und Online-Dating-PlattformenEiner von zehn beim Onlinedating aktiv

Dating-Apps werden gerne als die eine Lösung für verzweifelte Singles angepriesen. Abenteuer erleben, Freunde für's Leben kennenlernen, die große Liebe finden. Alles möglich. Wie viele springen darauf tatsächlich an? Etwa ein Zehntel  (11 Prozent) aller Teilnehmer der Appinio-Studie nutzt Dating-Apps aktiv. Von den 15-bis 17-Jährigen sind es nur sechs Prozent, bei den 18- bis 34-Jährigen 13 Prozent und bei den Befragten älter als 35 Jahre sind es elf Prozent. Fast ein Drittel aller Teilnehmer in jeder Altersgruppe gibt jedoch an, Dating-Apps früher mal genutzt zu haben. Und was ist mit den Verweigerern? Ein Viertel von ihnen kann es sich zumindest vorstellen, sich eines Tages in den Onlinedating-Dschungel zu stürzen. Über sämtliche Altersgruppen hinweg sagen etwa drei Viertel, dass sie auch in Zukunft lieber auf Dating-Apps verzichten. Insgesamt 1.727 Umfrageteilnehmer sind oder waren also beim Onlinedating aktiv. Von ihnen wollten wir einige Details wissen. Zuerst natürlich, welche Datingplattformen sie aktuell nutzen oder schon genutzt haben.  

 

Lovoo und Tinder nutzen die meisten

Klarer Spitzenreiter in der Nutzung ist Lovoo.  „Chatten, flirten und vielleicht sogar die große Liebe finden“, damit wirbt die App um Kontaktwillige. Vielleicht die große Liebe finden, klingt gut, denken sich vor allem junge Menschen. Auf der Plattform können sie sich Profile anderer Singles ansehen, Likes verteilen und falls das Gegenüber ähnlich interessiert ist, kann Kontakt aufgenommen werden. Je jünger die Teilnehmer, desto eher nutzen sie die App: 79 Prozent der 15- bis 17-Jährigen und 80 Prozent der 18- bis 24-Jährigen, die Kunden des Online-Dating-Business sind oder zumindest einmal waren, nutzen Lovoo. Bei den 25-bis 34-Jährigen sind es 61 Prozent und bei den über 35-Jährigen 33 Prozent. Vielleicht sogar die große Liebe finden wollen die reiferen Befragten also eher woanders.  

 

„Love me Tinder“, so singt Johannes Oerding und auf Tinder geliebt werden wollen auch viele der Umfrageteilnehmer. Tinder landet hinter Lovoo auf Platz zwei der beliebtesten Onlinedating-Plattformen. Auf Tinder lädt man ein Foto (optimalerweise von sich selbst) hoch und kann sich im Sekundentakt durch Fotos von Singles in der Nähe swipen. Wischt man ein Foto nach rechts, signalisiert man Interesse - und wenn der Herr oder die Dame der Wahl das ebenfalls so sieht, steht der Liebe fast nichts mehr im Wege. Ein Viertel der 15- bis 17-Jährigen, die ab und an online daten, haben sich schonmal auf Tinder durch ihre Umgebung geswipt. Bei den 18- bis 24-Jährigen sind es 42 Prozent, bei den 25- bis 34-Jährigen 46 Prozent und bei den über 35-Jährigen 31 Prozent.

 

Auf Tinder und Lovoo folgt Badoo: Eine internationale Singlebörse mit 360 Millionen Nutzern. Badoo gibt es als Online- und App-Version. Von Minderjährigen wird Badoo kaum genutzt, nur acht Prozent haben die Plattform schon ausprobiert. Wie das bei den älteren Befragten aussieht, zeigt die folgende Grafik:

Appinio Studie Online-Dating. Plattformen und Apps nach Alter der Nutzer

Liebe durch den Bildschirm sucht nur jeder Zweite

Und wofür werden Lovoo, Tinder & Co eigentlich genutzt? Wollen tatsächlich alle User dort die große Liebe finden? Etwa die Hälfte der Dating-App-User sucht online tatsächlich einen Partner. Bei den über 35-Jährigen sagen 56 Prozent, dass sie auf den Plattformen einen Partner oder eine Partnerin suchen, bei den 25-bis 34-Jährigen sind es 64 Prozent, bei den 18- bis 24-Jährigen 51 Prozent und bei den Minderjährigen 41 Prozent.

 

Ansonsten nutzen gerade Jüngere die Apps eher zum Zeitvertreib. Mehr als die Hälfte (53 %) der unter 25-Jährigen gibt an, Dating-Apps mehr so zur Beschäftigungsbeschaffung zu nutzen. Bei den über 35-Jährigen sind das nur 24 Prozent. Und wie viele wollen beim Onlinedating eigentlich nur das eine? Insgesamt geben 27 Prozent an, online nach kurzzeitigem Vergnügen zu sehen. Klingt nicht so spannend, wird aber interessant, wenn man auf das Geschlecht der Befragten achtet. Knapp die Hälfte der Männer scheint beim Onlinedating auf kurzfristigen Spaß zu hoffen, bei den Frauen sagen das nur 13 Prozent. Sie wollen nach eigener Aussage lieber ihre Zeit vertreiben, Freunde finden oder ein wenig ihr Ego pushen. Leute auf der Suche nach Sex tummeln sich scheinbar bei Tinder: 38 Prozent der Tinder-User geben an, die App hierfür zu nutzen, der Durchschnitt von Nutzern anderer Apps liegt bei 27 Prozent. 

 

Appinio Studie Online-Dating: Gründe für Nutzung

Aussehen und Alter sind ausschlaggebend 

Wofür Onlinedating also genutzt wird, ist nun klar. Doch egal wofür man sich in einer Dating-Community anmeldet, eines tut man dort immer: Sich andere Menschen durch den Bildschirm anschauen. Man sieht ihre Profilbilder, manchmal geben sie Hobbys an oder Musikgeschmack. Worauf achten Onlinedating-User am meisten, wenn sie nach potenziellen Dates, Freunden, Ehepartnern Ausschau halten? Am meisten auf das Aussehen. Über alle Altersgruppen hinweg geben konstant etwa drei Viertel an, dass sie auf das Erscheinungsbild des Gegenübers achten. Den Usern der meisten Apps bleibt allerdings auch kaum etwas anderes übrig, denn das Aussehen ist erstmal das einzige, was man vom Gegenüber erfährt. 

 

Fast genauso häufig wurde das Alter genannt. Etwa 71 Prozent der unter 35-Jährigen achten auf das Alter ihres Gegenübers beim Onlinedating, bei den über 35-Jährigen sind es etwas weniger (63 %). Hobbys sind 33 Prozent wichtig und die Größe eines Flirtpartners (29 Prozent). Gefragt wurden die Teilnehmer auch, ob sie eigentlich darauf achten, wie der Familienstand ihres Online-Gegenübers ist. Interessante Unterschiede gibt es hier zwischen den Altersgruppen: Von den Minderjährigen interessieren sich nur 16 Prozent dafür, ob ihr Gegenüber schon vergeben ist oder nicht. Bei den 18- bis 24-Jährigen sind es 25 Prozent. User über 25 Jahre achten hingegen stärker auf den Familienstand ihres Online-Dates: Zwei Drittel von ihnen geben an, dass es sie interessiert, ob das Gegenüber verheiratet, geschieden oder optimalerweise doch Single ist. Auf den Musikgeschmack eines künftigen Online-Dates achtet etwa ein Fünftel der User. 

 

Jeder zweite Online-Dater hat sich schonmal mit einem Online-Date getroffen

Zwischen Fotos hin- und herwischen, ein bisschen schreiben, ein bisschen flirten. Doch irgendwann will man das Gegenüber auch mal im echten Leben kennenlernen. Mehr als die Hälfte der Online-Dater sagt, dass sie sich schon mindestens einmal mit jemandem getroffen haben, den sie auf einer Dating-Plattform kennengelernt haben. Vor allem Befragte über 25 treffen sich mit Flirtpartnern aus der virtuellen Welt auch in der realen (ca. 80 %). Bei den Minderjährigen hat das etwa die Hälfte schon mindestens einmal gemacht.  Ob daraus dann tatsächlich Liebe entsteht oder nur ein wenig Vergnügen? Etwa ein Fünftel der Onlinedating-User haben ihren Partner oder ihre Partnerin auf diesem Weg kennengelernt. Bei den Minderjährigen sind es 16 Prozent, bei den 18- bis 24-Jährigen 23 Prozent. Bei den 25- bis 34-Jährigen ist es sogar mehr als ein Drittel und bei den 35-Jährigen sind es 29 Prozent.  

 

Onlinedating für viele zu oberflächlich

Plattformen für Onlinedating sind also vielen Usern zumindest bekannt, knapp die Hälfte nutzt die Apps und Communities selbst und der ein oder andere lernt sogar die große Liebe online kennen. Bei vielen Onlineplattformen kommt es vor allem auf das Aussehen eines Users an - gefällt das Äußere nicht, wird oft nicht mal Kontakt aufgenommen. Wir haben alle Umfrageteilnehmer deswegen gefragt, ob sie Onlinedating eigentlich zu oberflächlich finden. Ein Drittel sagt deutlich „ja“, fast fünfzig Prozent sagen „eher ja“. Damit bleiben gerade einmal zwanzig Prozent, die Onlinedating eigentlich gar nicht so oberflächlich finden. Vielleicht ist auch deswegen die Zahlungsbereitschaft für Dating-Apps eher gering. Nur fünf Prozent sagen, dass sie etwa 5 Euro im Monat dafür zahlen würden, Singles in ihrer Umgebung kennenzulernen. Zwei Prozent würden zehn oder fünfzehn Euro ausgeben und nur für ein Prozent dürfte Onlinedating auch mehr kosten.

 

Sie haben auch Fragen an Konsumenten zu verschiedenen Themen? Jetzt Umfrage mit Appinio erstellen.

 

Hier nochmal die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst in der Appinio Infografik: 

Appinio Studie Online-Dating Infografik

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