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Appinio-Studie: Wie stehen die Deutschen zu LGBTQ+ und Pride Month? Veröffentlichung: 16. Juni 2021

Es gibt ihn schon seit über 25 Jahren und jedes Jahr erfährt er mehr Aufmerksamkeit: Der Pride Month. Auch im Juni 2021 läuft wieder der Aktionsmonat der LGBTQ+ Community. Diverse Aktionen werfen ein Schlaglicht auf die ungerechte Behandlung von Menschen mit anderen sexuellen Orientierungen. Gleichzeitig wird sich für mehr Gleichberechtigung und Diversität eingesetzt, viele Marken und Unternehmen zeigen sich solidarisch und schaffen durch den Einsatz der Regenbogenflagge im Logo und der kommunikativen Arbeit Aufmerksamkeit für die Probleme der LGBTQ+ Community. Doch wie steht es um das Wissen der Deutschen bezüglich LGBTQ+ und Pride Month? Dazu hat das Marktforschungsinstitut Appinio im wöchentlich erscheinenden Corona-Report 1.000 Menschen repräsentativ (nach Alter und Geschlecht) befragt. Während lediglich jeder Vierte vom Pride Month gehört hat, klingeln beim Begriff LGBTQ+ bei jedem Zweiten die Glocken. Jüngere Menschen scheinen bei diesem Thema besser im Bilde zu sein im Vergleich zu Älteren.

 

Vor allem junge Menschen wissen über LGBTQ+ Bescheid

Da kann schnell Verwirrung entstehen: LGBT, LGBTQ, LGBTQI oder doch eher LGBTQ+? Welche Abkürzung ist nun die richtige? Eine falsche Antwort gibt es nicht, denn der Begriff ist so vielfältig wie die Regenbogenflagge und die Community dahinter. Eines haben jedoch alle Varianten gemeinsam: Sie bilden den Sammelbegriff für Menschen mit anderen sexuellen Orientierungen. Das Akronym LGBTQ steht für lesbisch, schwul („gay“), bisexuell, trans sowie queer. Je nach Community werden teilweise auch explizit Pan- sowie Intersexuelle in die Aufzählung aufgenommen und finden oftmals durch das „+“ Erwähnung. Doch wie viele Deutsche wissen hier Bescheid?

 

 

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Die gesamten Studienergebnisse hat Appinio in einem 30-seitigen Report zusammengefasst. Interessierte können den Report zur Studie unter Angabe von Kontaktdaten herunterladen.

Zum Studien-Download

Die Hälfte der Teilnehmer der Appinio-Umfrage (49 Prozent) hat den Begriff LGBTQ+ bereits gehört. Unter den jüngsten Befragten, den 16- bis 24-Jährigen, sind es sogar 87 Prozent. Die größte Unwissenheit herrscht unter den 55- bis 65-Jährigen: Sechs von zehn Befragten (59 Prozent) wissen nichts mit der Abkürzung anzufangen. Unter den „Kennern“ des Begriffs weiß ebenfalls eine überwältigende Mehrheit von 81 Prozent um die Bedeutung des Akronyms LGBTQ+.

 

Drei Viertel der Befragten (76 Prozent) betrachten sich selbst nicht als Teil der LGBTQ+ Community. Der Rest identifiziert sich als Teil der Community (sechs Prozent) oder Verbündeter bzw. Unterstützer (12 Prozent) der Bewegung rund um die Regenbogenflagge.


Der Pride Month ist für viele noch Neuland 

Während jeder zweite Befragte der Appinio-Studie bereits von der LGBTQ+ Community gehört haben, sieht es beim Bewusstsein für den Pride Month schon anders aus: Die Mehrheit der Befragten (64 Prozent) hat noch nichts davon gehört. Größere Unwissenheit herrscht vor allem unter älteren Menschen, denn in der Gruppe der 45- bis 54-Jährigen sowie in der Gruppe 55- bis 65-Jährigen haben noch weniger Menschen vom Aktionsmonat gehört (76 bzw. 85 Prozent) und können das richtige Datum nicht zuordnen. Größere Awareness herrscht abermals unter den 16- bis 24-Jährigen: Zwei Drittel (66 Prozent) wissen, wofür der Pride Month steht.

 

Wer bereits vom Pride Month gehört hat, weiß auch meistens um die besondere Bedeutung dieser Zeit (88 Prozent). Acht von zehn Menschen (83 Prozent) wissen zudem, dass der Pride Month im Juni stattfindet. Initiativen rund um den Aktionsmonat werden – nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie – überwiegend online wahrgenommen: Zwei Drittel der Befragten (68 Prozent) sehen das Engagement von Marken in den sozialen Medien, ähnlich viele generell „online“ (63 Prozent). Generell haben mehr Befragte über die Websites von Unternehmen von etwaigen Aktionen mitbekommen als offline, zum Beispiel über Poster oder Werbeplakate (35 vs. 31 Prozent) im öffentlichen Raum oder auf Ladenflächen.

 

 

 

 

 

 

Regenbogenflagge als Marketing-Instrument 

Eine omnipräsente Nebenerscheinung des Pride Month: Marken und Unternehmen nutzen den Anlass, um Logo und Kommunikation in die Regenbogenfarben zu hüllen und die Aufmerksamkeit auf den Pride Month zu lenken. Stehen Marken und Unternehmen in der Verantwortung, während des Pride Month ihre eigene Reichweite für die Belange der LGBTQ+ Community zu nutzen? Hier fällt das Urteil gemischt aus: Sechs von zehn Menschen (60 Prozent) finden, Marken sollten die LGBTQ+ Community während des Pride Month unterstützen. Genauso viele Befragte finden es auch gut, wenn Marken ihre Reichweite nutzen, um die Werbetrommel für den Pride Month und die LGBTQ+ Community zu rühren. Hingegen findet jeder Zweite (47 Prozent) das Engagement von Marken und Unternehmen bezüglich Pride Month und LGBTQ+ überflüssig. Darüber hinaus ist eine Zweidrittel-Mehrheit (67 Prozent) misstrauisch und unterstellt teilnehmenden Marken, nur auf einen „Hype Train“ aufzusteigen und den Pride Month lediglich für kommerzielle Zwecke auszunutzen, ohne sich wirklich für die Belange der LGBTQ+ Community einzusetzen.

 

 

Fazit: Noch lange nicht am Ziel.

 

Die LGBTQ+ Community sowie der Pride Month sind noch nicht ganz in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Zwar steigt das Bewusstsein um diesen Aktionsmonat und die Mehrheit der Befragten in der Appinio-Studie hat bereits von der LGBTQ+ Community gehört. Doch lediglich eine Minderheit will aktiv an Aktionen und Events teilnehmen oder sieht sich selbst als Teil bzw. Verbündeter dieser Szene. Dass die Regenbogenflagge zurzeit in vielen Logos und Aktionen von Unternehmen und Marken Einsatz findet, stimmt nicht alle Befragten positiv. Viele sind der Meinung, dass sich Unternehmen und Marken auch außerhalb des Pride Month für die Belange der LGBTQ+ Community einsetzen sollten. Denn eine Mehrheit unterstellt den Unternehmen sogar, dass dieser Aktionismus lediglich aus kommerziellem Interesse heraus entstanden ist und nicht wirkliches Interesse für die Belange der Community besteht.

 

 

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